Check‑e.jetzt – DIGI­TA­LE LERN­BE­GLEI­TUNG IM LOOKDOWN

Portrait Rabea Förster

Rabea Förs­ter
17.06.2021

Das Frei­wil­li­gen­zen­trum Calei­do­skop hat zusam­men mit der Abtei­lung Bil­dungs­part­ner­schaf­ten der Lan­des­haupt­stadt Stutt­gart im Sep­tem­ber 2020 die digi­ta­le Lern­platt­form Check‑e.jetzt ins Leben geru­fen. Dabei wer­den Schüler_innen von Ehren­amt­li­chen digi­tal beim Ler­nen unterstützt.

Nach­dem im März 2020 zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie die Schu­len in Baden-Würt­tem­berg das ers­te Mal geschlos­sen wur­den, waren Schüler_innen bei der Erar­bei­tung von Lern­in­hal­ten stark auf sich allein gestellt. Bereits im Mai bestä­tig­ten die ers­ten Umfra­gen, dass ins­be­son­de­re Schüler_innen aus sozi­al benach­tei­lig­ten Fami­li­en ver­stärkt unter der Schul­schlie­ßung litten. 

Vor allem schwä­che­re Schüler_innen sind betroffen

So äußer­ten Eltern mit for­mal nied­ri­ger Bil­dung häu­fi­ger die Befürch­tung ihre Kin­der könn­ten den Anschluss ver­lie­ren als Eltern mit for­mal hoher Bil­dung (Voda­fone Stif­tung: Unter Druck). Als Reak­ti­on dar­auf wur­de im Som­mer 2020 das Pro­jekt Check‑e.jetzt ent­wi­ckelt, eine kos­ten­lo­se und digi­ta­le Lern­be­glei­tung für Kin­der und Jugend­li­che, die zu kos­ten­pflich­ti­gen Nach­hil­fe­pro­gram­men kei­nen Zugang haben. So äußer­ten Eltern mit for­mal nied­ri­ger Bil­dung häu­fi­ger die Befürch­tung ihre Kin­der könn­ten den Anschluss ver­lie­ren als Eltern mit for­mal hoher Bil­dung (Voda­fone Stif­tung: Unter Druck). Als Reak­ti­on dar­auf wur­de im Som­mer 2020 das Pro­jekt Check‑e.jetzt ent­wi­ckelt, eine kos­ten­lo­se und digi­ta­le Lern­be­glei­tung für Kin­der und Jugend­li­che, die zu kos­ten­pflich­ti­gen Nach­hil­fe­pro­gram­men kei­nen Zugang haben. 

Über 90 Lern­tan­dems sind bereits ver­mit­telt worden

Check‑e.jetzt ver­mit­telt seit Sep­tem­ber 2020 Schüler_innen in Tan­dems mit ehren­amt­li­cher Lern­be­glei­tung für regel­mä­ßi­ge Unter­stüt­zung bei den Haus­auf­ga­ben, der Wie­der­ho­lung von Unter­richts­stoff oder beim Üben von Lern­in­hal­ten. Dabei wer­den Eltern und Lehr­kräf­te ent­las­tet und Schüler_innen sind weni­ger auf sich allein gestellt. Das digi­ta­le For­mat der Lern­be­glei­tung ermög­licht hygie­ne­maß­nah­men­kon­for­me Eins-zu-Eins Tref­fen zwi­schen Lern­be­glei­tung und Schüler_in. Die Tan­dems tref­fen sich min­des­tens ein­mal wöchent­lich, bei schwie­ri­gen The­men oder anste­hen­den Klas­sen­ar­bei­ten auch mal öfter. Dabei bemü­hen sich die Lern­be­glei­tun­gen dar­um das Ler­nen so ange­nehm wie mög­lich zu gestal­ten. Eine Schü­le­rin erzählt, dass sie mit ihrem Lern­be­glei­ter auch ger­ne mal eine Tee-und-Kuchen-Pau­se macht, bevor sie gestärkt wei­ter die Mathe­auf­ga­ben bespre­chen.Ins­be­son­de­re seit des zwei­ten Lock­downs hat sich die Bedarfs­la­ge der Schü­le­rin­nen und Schü­ler ver­schärft. Von Beginn des Jah­res bis zu den Pfingst­fe­ri­en, fand der Unter­richt aus­schließ­lich online statt. Dabei vari­ier­te die Betreu­ung der Kin­der und Jugend­li­chen durch die Lehr­kräf­te stark. Teils gab es regel­mä­ßi­ge Sprech­stun­den mit Lehrer_innen, teils erhiel­ten die Schüler_innen aus­schließ­lich Wochen­plä­ne mit Auf­ga­ben. Die ange­mel­de­ten Schü­le­rin­nen und Schü­ler bei check‑e.jetzt sind vor­wie­gend in der Alters­grup­pe 8 bis 12 Jah­re, ihnen fällt es beson­ders schwer sich allei­ne über den Tag hin­weg zu kon­zen­trie­ren und selbst Inhal­te zu erar­bei­ten. Es fehlt die Beglei­tung durch die Lehr­kraft, die als Bezugs­per­son die Kin­der für den Lern­stoff moti­viert und bei Rück­fra­gen zur Sei­te steht. 

„Das Ler­nen mit mei­nem Lern­be­glei­ter macht Spaß, weil wir auch mal Quatsch zusam­men machen.”

Auch Unter­neh­men unter­stüt­zen sozia­les Engagement 

Als ehren­amt­li­che Lernbegleiter_innen enga­gie­ren sich Men­schen aus ver­schie­dens­ten Lebens­si­tua­tio­nen. Neben der erst kürz­lich pen­sio­nier­ten Leh­re­rin oder dem bereits seit eini­ger Zeit im Ruhe­stand leben­den Infor­ma­ti­ker, sind auch Stu­die­ren­de und Berufs­tä­ti­ge bereit ihre Zeit für ein Stück­chen mehr Bil­dungs­ge­rech­tig­keit zu inves­tie­ren. Das Lebens­mit­tel­un­ter­neh­men Dano­ne zum Bei­spiel för­dert ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment sei­ner Mit­ar­bei­ten­den. So hat sich Robert Voel­kel ent­schie­den, sei­ne geför­der­te und pri­va­te Zeit in eine Lern­pa­ten­schaft zu inves­tie­ren. Er lernt gemein­sam mit sei­nem Nach­hil­fe­schü­ler King Mathe und Deutsch. Die bei­den sind ein ein­ge­spiel­tes Team. King schickt Herrn Voel­kel Fotos sei­ner Haus­auf­ga­ben und dann beginnt das gemein­sa­me Ler­nen. Wenn zwi­schen­durch die Kon­zen­tra­ti­on abflaut, machen die bei­den auch mal Quatsch zusam­men, damit der Spaß nicht zu kurz kommt. Alle Lern­be­glei­tun­gen tei­len die Ein­stel­lung, dass Bil­dung kei­ne Fra­ge von Her­kunft oder Ein­kom­men sein darf, son­dern dass Bil­dung ein Gut ist, das allen zusteht. Hier geht es zur Web­site vom Pro­jekt Check‑e.jetzt

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