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SOLI­DA­RI­TÄT MIT KIN­DERN DES KRIEGES

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Chris­ti­an Stock
18.01.2022



Noch immer wer­den im Kon­go Jun­gen und Mäd­chen ent­führt und zu Kriegs­ein­sät­zen gezwun­gen. Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo war selbst drei Jah­re lang Kin­der­sol­dat. Als Lei­ter eines Zen­trums für Kin­der­sol­da­ten unter­stützt er heu­te ande­re im Umgang mit den erleb­ten Traumata.

Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo hilft ehe­mal­li­gen Kin­der­sol­da­ten, ein nor­ma­les Leben auf­zu­bau­en. © Foto: Ben­te Stachowske

„Ich war 13 Jah­re alt, als die Rebel­len mich zwan­gen, mit ihnen zu kom­men“, erzählt Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo. Im Jahr 2001 wur­de er ent­führt. „Drei Jah­re lang war ich Kin­der­sol­dat, bis mir end­lich die Flucht gelang.“ Wenn er ruhig, aber bestimmt von sei­nem Leben erzählt, wird eines schnell klar: Es war eine gute Idee, ihn zum Lei­ter eines Zen­trums für Kin­der­sol­da­ten im Kon­go zu machen. Denn bes­ser als er könn­te nie­mand die Jugend­li­chen ver­ste­hen, die unter sei­ner Lei­tung ver­su­chen, wie­der ins nor­ma­le Leben zurückzufinden.

Kin­der blei­ben Kin­der, auch als Soldaten

„Ich weiß, wie tief die see­li­schen Ver­let­zun­gen sind, die einem in die­ser Zeit zuge­fügt wer­den.“ Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo ist heu­te 33 Jah­re alt und war nur einer von zig­tau­sen­den Kin­der­sol­da­ten, die damals im Zwei­ten Kon­go­krieg von allen Kriegs­par­tei­en ein­ge­setzt wur­den. Meh­re­re kon­kur­rie­ren­de Rebel­len­grup­pen ver­such­ten, die Regie­rung der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go zu stür­zen, und gin­gen dabei extrem bru­tal vor. War­um so vie­le Kin­der zwangs­re­kru­tiert wur­den? „Kin­der blei­ben auch als Sol­da­ten Kin­der,“ erklärt Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo. „Des­halb sind sie für die Mili­zen leicht zu mani­pu­lie­ren­de Arbeits­kräf­te. Sie wer­den bevor­zugt für beson­ders grau­sa­me Tätig­kei­ten ein­ge­setzt, zum Bei­spiel das Töten von Deser­teu­ren oder Gefangenen.“

Drei Jah­re lang wur­de Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo selbst zum Kin­der­sol­da­ten­da­sein gezwun­gen. © Foto: Ben­te Stachowske

In einem unbe­ob­ach­te­ten Moment konn­te Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo flie­hen. Im nächs­ten Dorf erfuhr er zu sei­nem gro­ßen Glück, dass in der Nähe ein Cari­­tas-Zen­­trum für Kin­der­sol­da­ten lag. Dort absol­vier­te er ein drei­mo­na­ti­ges Demo­bi­li­sie­rungs­pro­gramm. Im Anschluss nahm ihn sei­ne Fami­lie wie­der auf. Er wuchs jedoch ohne sei­ne Mut­ter auf — sie war ermor­det wor­den, als er noch ein Klein­kind war. Sei­ne Brü­der waren nicht von Rebel­len ent­führt wor­den und konn­ten eine nor­ma­le Aus­bil­dung machen. Auch Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo setz­te nun den zwangs­wei­se unter­bro­che­nen Schul­be­such fort und mach­te sein Abitur. Nach dem Stu­di­um wur­de er Leh­rer an einer Grundschule.

Trau­ma­ta müs­sen pro­fes­sio­nell ver­ar­bei­tet werden

Seit 2012 arbei­tet er als Lei­ter des Cari­­tas-Zen­­trums für Kin­der­sol­da­ten in Kanya­ba­y­on­ga im Ost-Kon­­go, das unter ande­rem von Cari­tas inter­na­tio­nal unter­stützt wird. In die­ser umkämpf­ten Regi­on wer­den bis heu­te Kin­der­sol­da­ten „rekru­tiert“ bezie­hungs­wei­se ent­führt, dar­un­ter vie­le Mäd­chen. Wenn die Rebel­len­grup­pen die Kin­der irgend­wann ent­las­sen oder wenn die Kin­der flie­hen kön­nen, brau­chen sie drin­gend pro­fes­sio­nel­le Beglei­tung, um die erlit­te­nen Trau­ma­ta zu bewältigen.

“Drei Jah­re lang war ich Kin­der­sol­dat, bis mir end­lich die Flucht gelang. Ich weiß, wie tief die see­li­schen Ver­let­zun­gen sind, die einem in die­ser Zeit zuge­fügt wer­den.” – Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo, Cari­tas Goma

„Die­se schreck­li­chen Erleb­nis­se müs­sen sie ver­ar­bei­ten, dabei unter­stüt­zen wir sie.“ Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo sieht das als sei­ne vor­dring­lichs­te Auf­ga­be an: „Wir bie­ten ihnen ein vor­über­ge­hen­des Zuhau­se und über­le­gen gemein­sam, ob sie wie­der die Schu­le besu­chen oder eine Aus­bil­dung machen können.“

Heu­te wer­den noch immer Kin­der ent­führt und zu Sol­da­ten aus­ge­bil­det. © Foto: Alex­an­der Bühler

Die Kin­der iden­ti­fi­zie­ren sich mit Jules Ira­du­kun­da Kamonyo

Die Wie­der­ein­glie­de­rung der Kin­der­sol­da­ten in die Gesell­schaft ist jedoch alles ande­re als ein­fach, berich­tet der Ein­rich­tungs­lei­ter: „Wir ver­su­chen Kon­takt zu ihren Fami­li­en her­zu­stel­len und sie behut­sam wie­der in ihre alte Umge­bung zu inte­grie­ren. Das ist oft schwie­rig, weil die Fami­li­en Angst vor ihnen haben und nicht möch­ten, dass sie zurückkommen.“

Vie­le der ehe­ma­li­gen Kin­der­sol­da­ten sind aggres­siv und gewalt­tä­tig, sie neh­men oft Dro­gen und wis­sen nicht, was sie mit ihrem Leben anfan­gen sol­len. Der Kon­takt mit einem der ihren ist daher von unschätz­ba­rem Wert: Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo ist ein über­zeu­gen­des Vor­bild dafür, wie man es schaf­fen kann, die Fes­seln der Ver­gan­gen­heit abzustreifen.

Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo macht um sei­ne Geschich­te und sein segens­rei­ches heu­ti­ges Wir­ken kei­ne gro­ßen Wor­te. Sei­ne Moti­va­ti­on erläu­tert er ganz beschei­den so: „Wir hel­fen den Kin­dern, ihren Platz in der Gemein­schaft wie­der zu finden.“

Seit 2012 lei­tet Jules Ira­du­kun­da Kamo­n­yo das Zen­trum für Kin­der­sol­da­ten in Kanya­ba­y­on­ga, Repu­blik Kon­go. © Foto: Ben­te Stachowske

Mehr über die Arbeit der Cari­tas welt­weit und über unser huma­ni­tä­res Hilfs­werk erfah­ren Sie auf den Web­sei­ten von Cari­tas inter­na­tio­nal: www.caritas-international.de.


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Herzwerker_innen gesucht!

Dohmann-Bannenberg
Ute Dohmann-Bannenberg
09.12.2021


#Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam, – die Gesell­schaft jeden Tag ein biss­chen inklu­si­ver. Men­schen mit Behin­de­run­gen und Hei­ler­zie­hungs­pfle­gen­de, Sei­te an Sei­te. Der Fach­ver­band Cari­tas Behin­der­ten­hil­fe und Psych­ia­trie e.V. (CBP) macht mit sei­ner Kam­pa­gne sicht­bar, was Fach­kräf­te in der Behin­der­ten­hil­fe leis­ten und wor­auf es in die­sem Beruf ankommt. 


Tsio­ry, Hei­ler­zie­hungs­pfle­ger im zwei­ten AZU­­BI-Jahr, erzählt von sei­ner Arbeit mit Men­schen mit Behin­de­run­gen – und zeigt, was einen in die­sem Beruf erwartet.
Mit vol­lem Namen heißt er Tsio­ri­na­va­lo­na Tiaray Rabema­n­ant­soa. Tsio­ry, wie er sich nen­nen lässt, ist 25 Jah­re alt, kommt aus Mada­gas­kar und ist im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr zum Hei­ler­zie­hungs­pfle­gen­den bei der gemein­nüt­zi­gen GmbH „Cari­tas Woh­nen im Erz­bis­tum Pader­born“. Immer wie­der huscht ein Lächeln über sein Gesicht, wenn er nach sei­nem Arbeits­all­tag gefragt wird. Man merkt ihm an, dass ihm sein Beruf Spaß macht und er ger­ne mit Men­schen zusam­men ist. 

„Ohne Herz funk­tio­niert alles nicht“

Dass er bei der Foto­se­rie mit­ma­chen durf­te, die im Rah­men der Fach­­kräf­­te-Kam­­pa­­g­ne des Cari­tas Behin­der­ten­hil­fe und Psych­ia­trie e.V. (CBP) ent­stan­den ist, war sein schöns­tes Erleb­nis der letz­ten Wochen und macht ihn sehr stolz. Auf die Fra­ge, was ihn moti­viert hat, Hei­ler­zie­hungs­pfle­ger zu wer­den, sagt er, dass es etwas ganz ande­res ist, mit Men­schen mit Behin­de­rung zu arbeiten:
„Wir haben immer Kon­takt mit Men­schen – das ist manch­mal nicht ganz ein­fach. Dafür muss man Sym­pa­thie haben, und: ohne Herz funk­tio­niert alles nicht. Außer­dem muss man Geduld haben – man macht nicht ein­fach nur sei­ne Arbeit und ist fer­tig. Wir müs­sen uns Zeit neh­men für unse­re Klient_innen, die brau­chen ein­fach Auf­merk­sam­keit – und die müs­sen wir ihnen geben.“
Wenn man mit Men­schen mit Behin­de­run­gen arbei­tet, so Tsio­ry, braucht man als Vor­aus­set­zung im Grun­de genau dies: Man muss auf­merk­sam und für sei­ne Kli­en­ten prä­sent sein. Alles ande­re lernt man durch sei­ne Kolleg_innen und in der Schu­le – und vor Ort. Prä­sent sein, das heißt für Tsio­ry, wach sein und auf die Men­schen fokus­siert. „Ich bin da für sie, für die Klient_innen, und nicht für mei­ne Arbeit.“ 

„Man muss Geduld haben – man macht nicht ein­fach nur sei­ne Arbeit und ist fer­tig. Wir müs­sen uns Zeit neh­men für unse­re Klient_innen, die brau­chen ein­fach Auf­merk­sam­keit – und die müs­sen wir ihnen geben.“

„Ich über­le­ge, ob es zu dem passt, was sie erwarten“

Wenn Tsio­ry bei­spiels­wei­se zusam­men mit ihnen einen Salat schnip­pelt, dann geht es nicht um den Salat. Son­dern es geht dar­um, den Men­schen das zu geben, was sie haben möch­ten. „Ich schnei­de Gemü­se und über­le­ge dabei, ob es zu dem passt, was sie erwarten.“
Wenn er sei­ne Arbeit macht, beschäf­tigt ihn das auch noch wei­ter. „Es bleibt etwas für die Zukunft. Wenn ich mit einem Men­schen arbei­te, über­le­ge ich, was bringt die­se Arbeit? Wofür mache ich die­se Arbeit? Wenn ich zum Bei­spiel mit Kli­en­ten einen Spa­zier­gang mache, ist das gut für ihre Gesund­heit. Aber ich mache auch etwas Beson­de­res. Sie haben ihre täg­li­che Rou­ti­ne, aber dazu kommt noch etwas Neu­es in ihr Leben.“

„Es kommt etwas Neu­es in ihr Leben.“

Auch ihm selbst gibt die­se Arbeit viel. „Was zurück­kommt, ist nicht, was wir erwar­ten. Auch eine klei­ne Reak­ti­on ist schon viel. Ich weiß, wie die­se Men­schen sind – und wenn sie reagie­ren, ist das schon gut und wie eine klei­ne Res­sour­ce für den nächs­ten Tag.“
Nähe zu den Men­schen auf­zu­bau­en, fällt ihm leicht. Das kommt von sei­ner Kul­tur und der Erzie­hung durch sei­ne Eltern. Als er nach Deutsch­land kam, war das schon ein klei­ner Schock für ihn, „hier gibt es mehr Distanz“. Für Tsio­ry dage­gen liegt es in sei­ner Natur, auf die Men­schen zuzu­ge­hen und ihnen nah zu sein.

Hier­zu­lan­de kommt es bei der Arbeit mit Men­schen mit Behin­de­rung dar­auf an, ihnen auf Augen­hö­he zu begeg­nen, wie er selbst schon fest­ge­stellt hat. Die­se Hal­tung kommt auch auf den Fotos von ihm zum Aus­druck. „Wir sind alle Men­schen und wir ste­hen auf der glei­chen Stu­fe“, sagt er dazu nüch­tern. „Die Men­schen mit Behin­de­run­gen haben ihre eige­ne Mei­nung und sie haben ihr Recht. Ich respek­tie­re, was sie mei­nen und was sie tun.“ Das hat er hier gelernt – nicht spe­zi­ell in der Aus­bil­dung, son­dern gene­rell in Deutschland. 

„Wir hel­fen Men­schen mit Behin­de­rung, ihre Zie­le zu erreichen“

Was Tsio­ry in Deutsch­land macht, kann er sei­nen Ver­wand­ten nur schwer erklä­ren, weil es die­sen Beruf in Mada­gas­kar nicht gibt. Aber er ver­sucht deut­lich zu machen, wie wich­tig sei­ne Arbeit ist – dass er die Kli­en­ten beglei­ten und ihnen hel­fen kann, weil sie spe­zi­el­le und pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung brauchen.

Wenn er mit sei­nen Freun­den in Deutsch­land spricht und sagt, dass er Hei­ler­zie­hungs­pfle­ger ist, bleibt der Begriff „Pfle­ge“ in den Köp­fen hän­gen. „Aber es ist nicht nur Pfle­ge“, sagt er dann, „Hei­len‘ und ‚Erzie­hung‘ gehö­ren auch dazu. Wir machen mehr als Pfle­ge, erklä­re ich ihnen.“
Um ver­ständ­lich zu machen, was er meint, führt er aus: „Wenn ein Mensch sich nicht bewe­gen kann, wenn er im Roll­stuhl sitzt und bestimm­te Din­ge im täg­li­chen Leben nicht tun kann, kommt der Pfle­ger und hilft den Men­schen – mit allen pfle­ge­ri­schen Mit­teln“, führt er aus und wählt sei­ne Wor­te spür­bar mit Bedacht. „Aber danach gibt es noch ein ande­res Leben. Es geht nicht nur um Pfle­ge. Wir sind da für die Men­schen. Die­se Men­schen haben ein Ziel im Leben. Wir Hei­ler­zie­hungs­pfle­gen­den sind dafür da, den Men­schen zu hel­fen, ihre Zie­le zu erreichen.“

 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu dem Berufs­bild der Hei­ler­zie­hungs­pfle­ge erhal­ten Sie auf fol­gen­der Sei­te: https://www.cbp.caritas.de/themen/fachkraefte/was-machen-fachkraefte-in-der-behindertenhilfe/was-machen-fachkraefte-in-der-behindertenhilfe


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EIN TAUSCH­SCHRANK FÜR DEN ZUSAMMENHALT

Christian Heidrich

Chris­ti­an Heid­rich
02.12.2021



Die zün­den­de Idee eines Eltern­rats­mit­glie­des des inklu­si­ven Fami­li­en­zen­trums Anna Roles der Cari­­tas-Lebens­­­wel­­ten in Aachen-Lich­­ten­­busch, die Unter­stüt­zung durch das Team des Fami­li­en­zen­trums und die Tat­kraft eines Hand­wer­kers mach­ten es mög­lich: In Aachen ‑Lich­ten­busch steht jetzt ein Tauschschrank.

Ein schö­nes Bei­spiel dafür, was die Cari­­tas-Dach­­kam­­pa­­g­ne „Das machen wir gemein­sam“ meint.

Jean-Bap­­tis­­te Guin leg­te Hand an und setz­te die Idee des Tausch­schranks mit Hil­fe von Stahl, Mul­­ti­­plex-Pla­t­­ten und Glas um.

Er heißt „Wili“, trotzt jedem Wet­ter und ist vor dem Fami­li­en­zen­trum Anna Roles der Cari­tas Lebens­wel­ten in Aachen-Lich­­ten­­busch zuhau­se. „Wili“ ist ein Tausch­schrank. Sein Name ist die Abkür­zung für die Initia­ti­ve „Wir in Lich­ten­busch“. Dass es den aus Cor­ten­stahl gefer­tig­ten Schrank über­haupt gibt, ver­dankt er Phil­ipp Schaps. Als Mit­glied des Eltern­ra­tes des Fami­li­en­zen­trums kam er auf die Idee. Die Initia­ti­ve „Wir in Lich­ten­busch“ woll­te den Spiel­platz in der Mit­te des Ortes am Fami­li­en­zen­trum auf­wer­ten. Im Ort leben vie­le jun­ge Fami­li­en, deren Aus­tausch unter­ein­an­der geför­dert wer­den soll­te: „So kamen wir auf die Idee, einen Platz zu haben, wo man Din­ge aus­tau­schen kann, die man noch brau­chen kann“, sagt Phil­ipp Schaps.

Der per­fek­te Ort für einen Tauschschrank

Nata­scha Bie­niek, Stand­ort­lei­tung des Fami­li­en­zen­trums Anna Roles der Cari­tas Lebens­wel­ten, war begeis­tert, als Phil­ipp Schaps die Idee an das Fami­li­en­zen­trum her­an­trug: „Wir fan­den die Idee toll, weil wir ein Fami­li­en­zen­trum sind und das Zusam­men­füh­ren der Fami­li­en unter­stüt­zen wol­len. Hier ist der per­fek­te Ort dafür, weil vie­le Fami­li­en hier­hin kom­men und im Fami­li­en­zen­trum Kur­se machen“, sagt sie. Chris­tia­ne Hauch, Gebiets­lei­tung bei den Cari­tas Lebens­wel­ten, erin­nert dar­an, dass es bis zum Auf­stel­len des Tausch­schranks vor dem Fami­li­en­zen­trum in der Ein­rich­tung zwei Schrän­ke gab: einen für Bücher, einen für Klei­dung. „Da kamen aber nur die Eltern her­an, deren Kin­der bei uns einen Kin­der­gar­ten­platz haben. Jetzt mit die­sem Tausch­schrank hier drau­ßen ist genau das erreicht, was wir von den Cari­tas Lebens­wel­ten möch­ten: öff­nen für den Sozi­al­raum“, sagt sie.

„Wir fan­den die Idee toll, weil wir ein Fami­li­en­zen­trum sind und das Zusam­men­füh­ren der Fami­li­en unter­stüt­zen wol­len. Hier ist der per­fek­te Ort dafür, weil vie­le Fami­li­en hier­hin kom­men und im Fami­li­en­zen­trum Kur­se machen“, sagt Nata­scha Bieniek

Zwei Schrän­ke: einen für Bücher, einen für Kleidung

Jean-Bap­­tis­­te Guin, ein ört­li­cher Schrei­ner, bau­te den Tausch­schrank. „Durch den Cor­ten­stahl ist der Schrank Wet­ter­fest und damit unver­wüst­lich. Das Innen­le­ben ist aus wet­ter­fes­ten Mul­­ti­­plex-Pla­t­­ten. Wir hof­fen, dass uns der Schrank lan­ge gute Diens­te tut“, sagt er.

Nata­scha Bie­niek und Chris­tia­ne Hauch (v.l.) von den Cari­tas Lebens­wel­ten unter­stütz­ten die Idee des Tausch­schranks, weil er ein Anlie­gen der Lebens­wel­ten för­dert: die Öff­nung für den Sozialraum

Kin­der freu­en sich über den Tauschschrank 

Die Idee des Tausch­schranks kam auch bei der Stä­de­Re­gi­on Aachen so gut an, dass sie ihn bei einem Wett­be­werb mit einem Geld­preis prä­mier­te. Und auch den Kin­dern im Ort gefällt der Schrank gut: „Ich fin­de den Tausch­schrank toll, weil man dort Din­ge hin­ein­tun kann, die man nicht mehr braucht und etwas, was man dar­in fin­det und ger­ne haben möch­te, zum Bei­spiel Spiel­sa­chen, mit­neh­men kann“, sagt die neun­jäh­ri­ge Ines.

Cari­tas in Aachen-Lichtenbusch

Wer mehr wis­sen möch­te über den Tausch­schrank in Aachen-Lich­­ten­­busch, kann sich ein Video anschau­en unter. www.caritas-ac.de/kampagne.


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KIN­DER­GRUND­SI­CHE­RUNG UND KIN­DER­RECH­TE INS GRUNDGESETZ

Eva-Maria Bolay

Eva-Maria Bolay
28.09.2021



Jedes 5. Kind ist in Deutsch­land von Armut bedroht. Was muss pas­sie­ren, damit sich die­se Quo­te ver­än­dert? MACH DICH STARK schmie­det in Baden-Wür­t­­te­m­­berg an einem gro­ßen Bünd­nis, das der Kin­der­ar­mut den Kampf ansagt.

Bereits 40 Pro­mis, Stif­tun­gen oder Unter­neh­men fech­ten an der Sei­te der Initia­ti­ve für mehr Chancengleichheit.

Kin­­der­­rech­­te-Figur der Akti­on „Schau mal, hier bin ich“ Foto: Cari­tas Rottenburg-Stuttgart

Kin­der­ar­mut geht uns alle an

Kin­der­ar­mut ist kei­ne gesell­schaft­li­che Rand­er­schei­nung. Jedes 5. Kind ist davon betrof­fen! Dabei ist der Umstand, arm zu sein, kein rein finan­zi­el­les The­ma. Armut grenzt Kin­der und Jugend­li­che aus. Armut macht perspektivlos.
Im wirt­schaft­lich star­ken Baden-Wür­t­­te­m­­berg sind vor allem Kin­der von Allein­er­zie­hen­den und aus kin­der­rei­chen Fami­li­en betrof­fen. Sie sind von Geburt an nicht nur einem höhe­ren Armuts­ri­si­ko aus-gesetzt, son­dern haben es auch sehr viel schwe­rer als ihre Alters­ge­nos­sen, eine gute schu­li­sche und beruf­li­che Aus­bil­dung zu erhal­ten. Sie star­ten somit qua Geburt mit „schlech­te­ren Kar­ten“ ins Leben. Wo Kin­der kei­ne Chan­ce erhal­ten, sich gut zu ent­wi­ckeln, wird Kin­der­ar­mut zu einer schlei­chen­den Gefahr für unse­re Gesell­schaft. Kin­der­ar­mut ent­zieht ihr Poten­zia­le, gefähr­det unse­ren Wohl­stand und den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt. Denn Armut ver­erbt sich. Und die armen Kin­der von heu­te wer­den zu den armen Erwach­se­nen von morgen.
Die­se Tat­sa­che will die Initia­ti­ve MACH DICH STARK nicht län­ger hin­neh­men. Sie hat das gro­ße Ziel, den Anteil an Kin­dern, die im Süd­wes­ten in Armut leben, bis 2030 um ein Drit­tel zu redu­zie­ren. Um das zu errei­chen, müs­sen die Ursa­chen im Sys­tem, die Armut beför­dern, und ihre nega­ti­ven Fol­gen für Bil­dung, Gesund­heit, Woh­nen und Teil­ha­be bekämpft wer­den. Dazu ver­folgt die Initia­ti­ve das Ziel, Men­schen, Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen im Kampf gegen Kin­der­ar­mut zu ver­ei­nen. Gemein­sam gilt es dafür zu sor­gen, dass allen Kin­dern Ent­wick­lung und Teil­ha­be ermög­licht wird. Der­zeit gibt es 40 Part­ner (Stif­tun­gen, Fonds, Unter­neh­men, Künst­ler, Bil­dungs­trä­ger sowie Ver­bän­de), die das Anlie­gen unterstützen.

„Armut ver­erbt sich. Die­se Tat­sa­che will die Initia­ti­ve MACH DICH STARK nicht län­ger hin­neh­men. Sie hat das gro­ße Ziel, den Anteil an Kin­dern, die im Süd­wes­ten in Armut leben, bis 2030 um ein Drit­tel zu reduzieren. “

Benach­tei­li­gung überwinden

MACH DICH STARK bün­delt Akti­vi­tä­ten. Im Jahr der baden-wür­t­­te­m­­ber­­gi­­schen Land­tags­wahl und Bun­des­tags­wahl hat die Initia­ti­ve bei­spiels­wei­se einen digi­ta­len Politiker_innengipfel mit Lan­d­­tags-abge­­or­d­­ne­­ten aller Par­tei­en – mit Aus­nah­me der AFD – ver­an­stal­tet. Im Aus­tausch mit Enga­gier­ten aus ver­schie­de­nen Gesell­schafts­be­rei­chen wie dem Sport oder Umwelt­schutz sowie Men­schen, die einst selbst von Kin­der­ar­mut betrof­fen waren, ent­wi­ckel­te die Dis­kus­si­ons­run­de ein Leit­bild, wie Benach­tei­li­gung über­wun­den wer­den kann. Dazu gehört ein Bil­dungs­sys­tem, das unab­hän­gig vom Ein­kom­men der Eltern für gelin­gen­de Bil­dungs­ver­läu­fe sorgt.
Eine ande­re Akti­on stand unter dem Mot­to „Schau mal, hier bin ich“. Hier setz­ten sich die Kin­der und Jugend­li­chen in ver­schie­de­nen Regio­nen und Ein­rich­tun­gen einen Tag lang mit ihren Rech­ten aus­ein­an­der. Am Ende gestal­te­te jedes Kind sei­ne eige­ne Kin­­der­­rech­­te-Figur, die sym­bo­lisch zeig­te: Kin­der­rech­te gel­ten über­all. In der Schu­le, in der Frei­zeit und in der Familie.

Land­tags­ab­ge­ord­ne­te beim digi­ta­len Gip­fel zum The­ma Kinderarmut

Bun­des­tags­wahl: Wel­che poli­ti­schen Wei­chen kann der Bund stellen?

Auf Bun­des­ebe­ne wer­den vie­le poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen getrof­fen, die direk­ten Ein­fluss auf die Lebens­be­din­gun­gen auch von ärme­ren Men­schen haben. In einer Kin­der­grund­si­che­rung etwa liegt viel Poten­zi­al, damit sich sozia­le Ungleich­heit nicht fort­pflanzt. Mit der Kin­der­grund­si­che­rung ver­bin­det sich die Idee: Je nied­ri­ger das Fami­li­en­ein­kom­men ist, des­to höher fällt der Betrag der Kin­der­grund­si­che­rung aus. Die­je­ni­gen, die über das Ein­kom­men der Eltern wenig haben, pro­fi­tie­ren am stärks­ten. Die Kin­der­grund­si­che­rung bün­delt alle bestehen­den fami­li­en­po­li­ti­schen und exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen wie Hartz IV, Kin­der­geld und steu­er­li­che Kin­der­frei­be­trä­ge. Dabei soll sich die Höhe des Exis­tenz­mi­ni­mums nicht am unte­ren Rand ori­en­tie­ren, son­dern an dem, was Kin­der und Jugend­li­che im Durch­schnitt in Deutsch­land zum Leben brauchen.

Jedes Kind soll glei­che Rech­te haben! Foto: Cari­tas Rottenburg-Stuttgart

Kin­der in ihren Rech­ten stärken

Erst jüngst schei­ter­te der Ver­such, die Kin­der­rech­te im Grund­ge­setz zu ver­an­kern. Dabei hat die Coro­­na-Kri­­se uns vor Augen geführt, wie Kin­der­rech­te ein­ge­schränkt wer­den – etwa durch die Schlie­ßung von Bil­dungs­ein­rich­tun­gen. Zugleich wur­den und wer­den die Belan­ge jun­ger Men­schen im poli­ti­schen Ent­schei­dungs­pro­zess viel zu wenig berück­sich­tigt. Daher braucht es in Deutsch­land eine deut­li­che Stär­kung von Kin­der­rech­ten. MACH DICH STARK setzt sich dafür ein, dass die­se expli­zit im Grund­ge­setz ver­an­kert wer­den. Es ist wich­tig, dass das Anlie­gen auch im Koali­­ti­on­s­­ver-trag der neu­en Bun­des­re­gie­rung fest­ge­schrie­ben wird. Hier gilt es dafür ein­zu­tre­ten, dass ein neu­er Anlauf tat­säch­lich der UN-Kin­­der­­rechts­­kon­­ven­­ti­on gerecht wird.
Armut ist kom­plex und lässt sich nicht kur­zer­hand aus der Welt schaf­fen – das ist klar. Doch die Kin­der kön­nen sich nicht selbst aus ihrer Situa­ti­on befreien.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf der Web­site zum Pro­jekt MACH DICH STARK.

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KATHO­LI­SCHE KRAN­KEN­HÄU­SER WOL­LEN INTEL­LI­GEN­TEN STRUKTURWANDEL

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Ber­na­det­te Rüm­melin, Geschäfts­füh­re­rin des Katho­li­schen Kran­ken­haus­ver­bands Deutsch­lands (kkvd)
17.09.2021



Nach der Bun­des­tags­wahl wird der Reform­druck im Gesund­heits­we­sen wei­ter steigen. 

Schon jetzt befin­det sich die Kran­ken­haus­land­schaft in einem unge­re­gel­ten Struk­tur­wan­del, der vor allem Markt­ge­set­zen folgt. Das gefähr­det die gesund­heit­li­che Daseinsvorsorge.

Bundesgesunheitsminister Jens Spahn diskutiert mit kkvd-Vorstandsmitglied Ansgar Veer und Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstandsmitglied für Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes.
Bun­des­ge­sun­heits­mi­nis­ter Jens Spahn dis­ku­tiert mit kkvd-Vor­­­stand­s­­mi­t­­glied Ans­gar Veer und Eva M. Wel­­skop-Def­­faa, Vor­stands­mit­glied für Sozi­al- und Fach­po­li­tik des Deut­schen Caritasverbandes.

In Deutsch­land gibt es der­zeit rund 1.900 Kran­ken­häu­ser, 283 davon befin­den sich in katho­li­scher Trä­ger­schaft. Die Zahl der Kli­ni­ken ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gesun­ken und die­ser Trend wird sich wei­ter fort­set­zen. Denn nicht jeder bis­he­ri­ge Kran­ken­haus­stand­ort wird in zehn Jah­ren noch gebraucht, um eine bedarfs­ge­rech­te Ver­sor­gung der Men­schen flä­chen­de­ckend sicherzustellen.

Doch wenn heu­te eine Kli­nik schließt, hat dies bis­wei­len wenig mit dem regio­na­len Ver­sor­gungs­be­darf zu tun. Viel­mehr müs­sen eini­ge Häu­ser auf­grund der Fehl­steue­rung im Sys­tem, des regu­la­to­ri­schen Drucks und der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ihre Türen schlie­ßen. Daher machen sich die katho­li­schen Kran­ken­häu­ser dafür stark, den unge­steu­er­ten Struk­tur­wan­del in gelenk­te Bah­nen zu überführen.

Ver­sor­gungs­be­darf der Pati­en­ten muss Kran­ken­haus­pla­nung zugrun­de liegen

In unse­rem Posi­ti­ons­pa­pier zur Bun­des­tags­wahl und für die neue Legis­la­tur­pe­ri­ode for­dern wird kon­kret, dass die Kran­ken­haus­pla­nung auch künf­tig in den Regio­nen erfolgt und sich kon­se­quent am Ver­sor­gungs­be­darf der Men­schen ori­en­tiert. Über­stei­ger­tes Effi­zi­enz­stre­ben und Markt­lo­gik dür­fen nicht wich­ti­ger sein als die Ori­en­tie­rung der Kran­ken­haus­ver­sor­gung am Bedarf Patient:innen.

Ein Kahl­schlag in der Kli­nik­land­schaft, wie er von eini­gen Sei­ten pro­pa­giert wird, hät­te fata­le Fol­gen. Die Coro­­na-Pan­­de­­mie zeigt, wie wich­tig Aus­­­weich- und Reser­ve­ka­pa­zi­tä­ten in der sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung sind. Zudem gilt gera­de für älte­re, mul­ti­mor­bi­de Men­schen in länd­li­chen Regio­nen, dass lan­ge Wege hohe Hür­den sind. Aber auch jun­gen Fami­li­en ist eine gute Gesund­heits­ver­sor­gung in der Nähe wichtig.

Netz­wer­ke von Kran­ken­häu­sern als Erfolgsmodell

Mit ihrer aus­ge­präg­ten Ver­bund­struk­tur bele­gen die katho­li­schen Kran­ken­häu­ser schon heu­te, dass hohe Behand­lungs­qua­li­tät und Spe­zia­li­sie­rung auch in einem Netz­werk meh­re­rer Kli­ni­ken mög­lich sind, wenn sich jedes Haus auf sei­ne Stär­ken kon­zen­triert. Dar­über haben wir am 23. August auch mit Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn und Fach­ab­ge­ord­ne­ten aus dem Bun­des­tag dis­ku­tiert. Ans­gar Veer, kkvd-Vor­­­stand­s­­mi­t­­glied und Haupt­ge­schäfts­füh­rer der St. Boni­­fa­­ti­us-Hos­­pi­­tal­­ge­­sel­l­­schaft in Lin­gen, schlug vor, dass Kran­ken­häu­ser in einer Netz­werk­struk­tur mit Auf­ga­ben­tei­lung bei der Finan­zie­rung gleich­ge­stellt wer­den mit einer Groß­kli­nik an einem Stand­ort. Der Gesund­heits­mi­nis­ter zeig­te sich dafür grund­sätz­lich offen.

Bundesgesunheitsminister Jens Spahn diskutiert mit kkvd-Vorstandsmitglied Ansgar Veer und Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstandsmitglied für Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes.

Außer­dem set­zen sich die katho­li­schen Kran­ken­häu­ser in ihren Posi­tio­nen für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen in der Pfle­ge ein. Dazu gehö­ren auch ein schnel­ler Aus­bau der Aus- und Wei­ter­bil­dung sowie die eigen­ver­ant­wort­li­che Aus­übung heil­kund­li­cher Tätig­kei­ten durch Pfle­ge­fach­kräf­te. Die star­ren Unter­gren­zen für das Pfle­ge­per­so­nal soll­ten schnellst­mög­lich durch die stär­ker am Pati­en­ten­be­darf ori­en­tier­te Pfle­­ge­­per­­so­­nal-Rege­­lung 2.0 (PPR 2.0) ersetzt wer­den, bis vor­aus­sicht­lich 2025 ein wis­sen­schaft­lich fun­dier­tes Instru­ment zur Pfle­ge­per­so­nal­be­mes­sung anwen­dungs­reif ist.

Die bun­des­weit 283 katho­li­schen Kran­ken­häu­ser bil­den die größ­te Grup­pe unter den frei­gemein­nüt­zi­gen Kli­ni­ken in unse­rem Land. Sie unter­mau­ern mit ihrer Arbeit Tag für Tag, dass die frei­gemein­nüt­zi­ge Trä­ger­schaft inno­va­tiv und ein Zukunfts­kon­zept ist. Hier gehen nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten und Pati­en­ten­ori­en­tie­rung Hand in Hand. Gleich­zei­tig wur­den und wer­den hier Ver­sor­gungs­kon­zep­te ent­wi­ckelt und vor­an­ge­bracht, auch wenn sie noch nicht über die Regel­ver­sor­gung finan­ziert wer­den. Das galt bei­spiels­wei­se im Hos­­piz- und Pal­lia­tiv­be­reich oder bei der Ver­sor­gung von HIV-Patient:innen. Daher ist es wich­tig, die Trä­ger­viel­falt und frei­gemein­nüt­zi­ge Akteu­re im Gesund­heits­we­sen auch wei­ter­hin zu stärken. 

Das kkvd Posi­ti­ons­pa­pier zum Down­load gibt es hier: 

https://kkvd.de/menschlich-innovativ-freigemeinnuetzig/

https://kkvd.de/wp-content/uploads/2021/05/210506_kkvd_Positionen_BTW2021.pdf

Die Vide­os zur Ver­an­stal­tung am 23. August gibt es hier:

https://www.youtube.com/channel/UCxK70KcaZSai5jVDJ6fgRpg


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