CARI­TAS-UMFRA­GE: ZUSAM­MEN­HALT HAT ES SCHWER IN DER PANDEMIE

Langendorf_Nov2019
Mat­hil­de Langendorf 
14.01.2021

Was macht die Pan­de­mie mit unse­rer Gesell­schaft? Was berei­tet den Men­schen Sor­gen? Bei der Ent­wick­lung der neu­en Cari­tas-Kam­pa­gne kamen die­se Fra­gen immer wie­der auf. Wir haben Men­schen gefragt…

… bezie­hungs­wei­se wir haben sie von einem Umfra­ge-Insti­tut befra­gen las­sen. Befragt wur­den Mit­te Dezem­ber (11. bis 14. Dezem­ber) etwa 2.000 Men­schen online vom Umfra­ge-Insti­tut Insa Con­su­le­re. „Zusam­men­halt hat es schwer, aber es gibt Hoff­nung“ – könn­te eine Zusam­men­fas­sung der Ergeb­nis­se lauten.

Pan­de­mie schwächt gesell­schaft­li­chen Zusammenhalt 

Mehr als die Hälf­te der Befrag­ten (52 %) erlebt einen durch die Coro­na-Pan­de­mie geschwäch­ten gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt. Kein Wun­der, waren doch die Mona­te und Wochen vor der Befra­gung von Spal­tung geprägt, von der Gegen­über­stel­lung gesell­schaft­li­cher Grup­pen: die Risi­ko­grup­pen gegen die, die sich nicht als sol­che wahr­neh­men; Regel­treue ver­sus Mas­ken­muf­fel; Impf­be­rei­te ver­sus Impf­geg­ner; soge­nann­te „Sys­tem­re­le­van­te“ und alle ande­ren. Ledig­lich 17 % der Befrag­ten sind der Mei­nung, die Kri­se stär­ke den Zusammenhalt.

Vie­le glau­ben an die eige­ne Wirkung

Gefragt, ob sie selbst per­sön­lich etwas zur Stär­kung des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts bei­tra­gen kön­nen, ant­wor­ten 41 % der Teil­neh­men­den mit ja, 25 % wis­sen es nicht. Nur 27 % stim­men der Aus­sa­ge aus­drück­lich nicht zu.
Das heißt: Die meis­ten Men­schen füh­len sich mit­nich­ten ohn­mäch­tig oder über­for­dert vom gro­ßen The­ma Zusam­men­halt. Vie­le glau­ben, dass sie wirk­sam sein, dass sie etwas bewe­gen kön­nen.

Die­se Wil­li­gen und die Unschlüs­si­gen kön­nen abge­holt und mobi­li­siert wer­den. Eine Auf­ga­be unter ande­rem für die Cari­tas und eine Bestä­ti­gung, dass #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam der rich­ti­ge Ansatz ist.

Sozia­le Beru­fe müs­sen für die Poli­tik Prio­ri­tät haben

Die Auf­wer­tung sozia­ler Beru­fe lan­det mit Abstand an ers­ter Stel­le bei der Fra­ge: „Auf wel­che der fol­gen­den poli­ti­schen Hand­lungs­fel­der soll­te sich der Staat bald­mög­lichst am stärks­ten kon­zen­trie­ren?“ Es fol­gen der Kli­ma­schutz, die Unter­stüt­zung der sozia­len Infra­struk­tur und von sozia­len Hilfs­an­ge­bo­ten. Die­se Ant­wor­ten zeu­gen nicht davon, dass jeder nur an sich denkt – im Gegenteil.

Die Hand­lungs­fel­der, die die Studienteilnehmer_innen iden­ti­fi­ziert haben, sind ein Auf­trag an die Poli­tik, gera­de im Jahr der Bun­des­tags­wahl. Aber sie wer­fen vie­le Fra­gen, die sich nicht nur poli­ti­sche Par­tei­en stel­len müs­sen, son­dern jede_r von uns: Wel­che Pfle­ge wol­len wir, wel­che Beglei­tung der Schwächs­ten? Wer soll das machen – und unter wel­chen Bedin­gun­gen? Was ist uns sozia­le Siche­rung, was ist uns Bil­dung wert? Darf die Unter­stüt­zung, die Men­schen erhal­ten, von ihrer Post­leit­zahl abhän­gen? Was sind wir bereit zu tun und wor­auf sind wir bereit zu ver­zich­ten, um künf­ti­gen Genera­tio­nen einen lebens­wer­ten Pla­ne­ten zu hin­ter­las­sen?

Tre­ten Sie mit uns in den Dia­log zu die­sen Fra­gen, geben Sie Ant­wor­ten und erar­bei­ten Sie Lösungs­an­sät­ze. #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam

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Kom­men­ta­re

4 Ant­wor­ten auf „Umfra­ge: Der Zusam­men­halt hat es schwer in der Pandemie“ 

bes­se­re Bezah­lung für Dienst­leis­ter in der Cari­tas und in allen Pfle­ge­be­ru­fen befür­wor­te ich.
glei­ches gilt für den Umwelt­schutz. Hier muss jeder Ein­zel­ne zu Hau­se anfan­gen, für den Umwelt­schutz ein­zu­tre­ten. Auch der drit­te Punkt ist wichtig.
mir fällt auf, in Deutsch­land wird fast aus­schließ­lich gefor­dert. Wer soll all die For­de­run­gen bezah­len. Ich glau­be, wir müs­sen anfan­gen, selbst vie­le Initia­ti­ven anzu­sto­ßen und zu über­le­gen, wie kann ich mit­hel­fen, ein bes­se­res Mit­ein­an­der hinzubekommen.

Ich bin in einer Initia­ti­ve für gemein­schaft­li­ches und soli­da­ri­sches Leben in mei­nem Wohn­ort enga­giert. Wir pla­nen genos­sen­schaft­lich zu bau­en. Wir wol­len einen Alt­bau auf­kau­fen und sanie­ren und arbei­ten dar­an, dass wir für unse­ren per­sön­li­chen Wohn­raum weni­ger Wohn­flä­che pla­nen, damit wir mehr gemein­schaft­lich genutz­te Flä­chen für gemein­sa­me Initia­ti­ven schaf­fen können.
Wir sind bereits mit ande­ren Akteu­ren im Sozi­al­raum ver­netzt und freu­en uns, dass gute Ideen aus den viel­fäl­ti­gen Kon­tak­ten entstehen.

Ich habe Plas­tik aus der Küche ver­pannt. Ich nut­ze beim Ein­kauf Stoff­ta­schen, die ich waschen kann. Mein Bal­kon hat Kräu­ter­pflan­zen, die Bie­nen, Hum­meln und Mei­sen näh­ren. Jeder soll­te bei sich anfan­gen zu schau­en, was mög­lich ist, zum soli­da­ri­schen Miteinander.

Ich sehe auch gera­de jetzt die Chan­cen, die uns durch den “Stopp” zuge­spielt sind. Wir hat­ten und haben Zeit uns und unser Tuen (unse­ren bis­he­ri­gen All­tag (vor Coro­na)) zu hin­ter­fra­gen, zu reflek­tie­ren und vor allem, und das ist wich­tig, aktiv zu beein­flus­sen und zu enwi­ckeln. Altes darf auch mal weg, Rou­ti­ne auch mal been­det wer­den! Sowohl in Rich­tung Kli­ma­schutz, der sehr wohl bei uns selbst beginnt, aber doch schon eini­ge Men­schen­grup­pe, auf­grund ande­rer bestehen­der (exis­ten­zi­el­ler) Sor­gen dar­an hemmt oder zumin­dest aus­bremst, als auch bei För­de­rung vom Pflege‑, Kunst- und Kul­tur­sek­tor und und und… Wir soll­ten bei uns anfan­gen, ja, aber beim Nächs­ten dür­fen wir auch wach­sam sein und im wert­schät­zen­den Dia­log die­se Ent­wick­lung vor­an­trei­ben. Auch poli­tisch darf und muss noch Eini­ges pas­sie­ren. Und damit ist nicht nur “reden” gemeint. Mut zum Han­deln und Mut zum Ändern- auf allen Ebe­nen. Von mir begin­nend, bis oben im Bun­des­tag. Wir haben es gut hier. Ob im Stadt­teil oder Euro­pa­weit. Legen wir los und war­ten wir nicht auf “nach Coro­na”. Wir kön­nen nicht zau­bern und die Umstän­de, die Pan­de­mie von Heu­te auf Mor­gen been­den. Aber wir kön­nen die­se Zeit nut­zen, wir kön­nen Hoff­nung schöp­fen, wo wir nur kön­nen. Und es gibt viel Hoff­nung. Und das allein wäre doch schon ein “gemein­sam schaf­fen wir das”.

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