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AKTI­ON IMPF­PA­TEN UNTER­STÜTZT BEI TER­MI­NEN ZUR IMPFUNG

Christian Heidrich
Chris­ti­an Heidrich 
31.03.2021


Regio­na­le Cari­tas­ver­bän­de aus dem Bis­tum Aachen hel­fen Senio­rin­nen und Senio­ren bei der Buchung von Impf­ter­mi­nen in Impf­zen­tren. Bis Mit­te März ver­mit­tel­ten ehren­amt­li­che Hel­fe­rin­nen und Hel­fer rund 90 Impf­ter­mi­ne. Die Senio­ren sind dank­bar für das Angebot.

Die Idee ging aus vom Cari­tas­ver­band für das Bis­tum Aachen. Unter­stützt wer­den vor allem allein­ste­hen­de Men­schen, die 80 Jah­re und älter sind und nie­man­den haben, der ihnen bei der Ver­ein­ba­rung eines Impf­ter­mins hilft. Auch und gera­de sie sol­len in den Genuss einer Imp­fung gegen das Coro­­na-Virus kommen.

Elke Held, Fach­re­fe­ren­tin für Kran­ken­häu­ser, beschaff­te die not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen zum Ablauf und zur Orga­ni­sa­ti­on der Imp­fung in den Impf­zen­tren. Sie betont: „Eine Impf­be­ra­tung ist mit der Unter­stüt­zung bei der Ver­ein­ba­rung eines Impf­ter­mins nicht ver­bun­den. Das ist allein Sache der Hausärzte.“
The­re­sia Hei­mes und Judith Swo­bo­da, die sich in der Geschäfts­stel­le des Diö­ze­sanca­ri­tas­ver­ban­des als Fach­re­fe­ren­tin­nen um die Ehren­amts­ko­or­di­na­ti­on küm­mern, nah­men Kon­takt zu den Frei­wil­li­gen­zen­tren im Bis­tum auf. Die signa­li­sier­ten Unter­stüt­zung für die Idee, zum einen als Ansprech­part­ner für impf­wil­li­ge Senio­rin­nen und Senio­ren zu fun­gie­ren, zum ande­ren die­sen Impf­pa­ten zu ver­mit­teln, die ihnen tele­fo­nisch bei der Ter­min­ver­ein­ba­rung für eine Coro­­na-Schut­z­­im­p­­fung helfen

Ein Zei­chen prak­ti­scher Soli­da­ri­tät mit den­je­ni­gen, die Hil­fe brauchen

„Wie bereits im ers­ten Lock­down im Früh­jahr 2020 sehen wir als ver­band­li­che Cari­tas im Bis­tum Aachen auch jetzt einen aku­ten Hand­lungs­be­darf. Ich freue mich, dass regio­na­le Cari­tas­ver­bän­de und Fach­ver­bän­de und der Diö­ze­sanca­ri­tas­ver­band Aachen gemein­sam die Akti­on Impf­pa­ten ins Leben geru­fen haben und sich nun zusam­men enga­gie­ren. Das ist ganz im Sin­ne der Cari­­tas-Kam­­pa­­g­ne ‚Das machen wir gemein­sam‘ und ein Zei­chen prak­ti­scher Soli­da­ri­tät mit den­je­ni­gen, die Hil­fe brau­chen“, sagt Ste­phan Jent­gens, Diö­ze­sanca­ri­tas­di­rek­tor im Bis­tum Aachen.
Ange­la Mir­bach und Julia Wilms vom Selbst­hil­­fe- & Frei­­wil­­li­­gen-Zen­­trum im Kreis Heins­berg, freu­en sich, dass es im Kreis mitt­ler­wei­le mehr als 25 ehren­amt­li­che Impf­pa­ten gibt. Das ist das Resul­tat einer Wer­be­ak­ti­on, die das SFZ gestar­tet hat­te. 35 Per­so­nen wur­de bereits ein Impf­ter­min ver­mit­telt. Die Akti­on ist so gut ange­lau­fen, dass das SFZ die Akti­on Impf­pa­ten auch auf wei­te­re Impf­be­rech­tig­te aus­wei­ten möch­te, die sich wegen Sprach­bar­rie­ren schwer­tun, tele­fo­nisch Ter­mi­ne zu vereinbaren.
Elmar Jen­drzey vom Cari­tas­ver­band für die Regi­on Düren-Jülich freut sich, „Die acht haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter, die sich enga­gie­ren, haben mitt­ler­wei­le 20 Impf­ter­mi­ne ver­mit­telt.“ Zuneh­mend, so Jen­drzey, wür­den sich nun auch Frei­wil­li­ge mel­den, die anbie­ten, Men­schen zum Impf­zen­trum zu beglei­ten – auch dafür gebe es Unterstützungsbedarf.

„Wir haben fünf bis sechs ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ten­de, die tele­fo­nisch zur Ver­fü­gung ste­hen. Sie haben bereits mehr als 30 Ver­mitt­lun­gen von Impf­ter­mi­nen vor­neh­men können.“

„Wir haben fünf bis sechs ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ten­de, die je nach Wochen­tag tele­fo­nisch zur Ver­fü­gung ste­hen. Sie haben bereits mehr als 30 Ver­mitt­lun­gen von Impf­ter­mi­nen vor­neh­men kön­nen“, sagt Mar­ti­na Bert­ram. Sie ist beim Cari­tas­ver­band für die Regi­on Eifel zustän­dig für Gemein­de­ca­ri­tas und Ehren­amts­ko­or­di­na­ti­on. Zwei ehren­amt­li­che Fahr­diens­te sind in den bei­den Impf­ge­bie­ten der Regi­on Eifel und der Städ­te­re­gi­on Aachen, mit ein bis zwei Tou­ren pro Woche unter­wegs, berich­tet die Cari­­tas-Mit­­ar­­bei­­te­­rin wei­ter. Ver­stärkt rufen ver­un­si­cher­te Men­schen an, die Bera­tung zum The­ma Imp­fen wün­schen. Weil die Impf­pa­ten die­se Bera­tung nicht geben, ver­weist die Cari­tas in der Eifel an die Bera­tungs­hot­line des DRK, an Haus­ärz­te oder das Gesund­heits­amt. Sie freut sich, dass es auch einen mehr­spra­chi­gen Impf­pa­ten gibt, der auch für Ver­mitt­lun­gen von Impf­ter­mi­nen für Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund zur Ver­fü­gung stehen.

Gro­ße Nach­fra­ge nach dem ehren­amt­li­chen kos­ten­frei­en Fahr­dienst für Senioren

Part­ner bei der Akti­on Impf­pa­ten ist auch die Frei­­wil­­li­­gen-Zen­­tra­­le in Vier­sen in Trä­ger­schaft der Dia­ko­nie Kre­­feld-Vier­­sen. Sie hat die Akti­on in Medi­en und ver­schie­de­nen Netz­wer­ken wie Senio­ren­be­ra­tung, regio­na­ler Cari­tas­ver­band, Pfle­ge­diens­ten, Schüt­zen­bru­der­schaf­ten, Kir­chen­ge­mein­den bewor­ben. Elf Impf­pa­ten haben sich gemel­det. Außer­dem boomt ein ande­res Ange­bot der Frei­­wil­­li­­gen-Zen­­tra­­le in Vier­sen: Sie bie­tet einen ehren­amt­li­chen kos­ten­frei­en Fahr­dienst für Senio­ren an, die kei­ne Mög­lich­keit haben, zum Impf­zen­trum zu kom­men. 35 Fah­rer ste­hen zur Ver­fü­gung, Anfang März waren zehn von ihnen im Ein­satz und es lagen 20 Anfra­gen vor. Es sind schon Ter­mi­ne bis in den Mai gebucht.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über die Akti­on Impf­pa­ten gibt es im hier.


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#Cari­Walks: GESPRÄ­CHE MIT MEN­SCHEN IN BEWEGUNG

Cordual Spangenberg_ Christoph Grätz
Cor­du­la Spangenberg
Chris­toph Grätz
30.03.2021


Die Cari­tas im Ruhr­bis­tum hat ein neu­es Pod­­cast-For­­mat ent­wi­ckelt „Cari­Walks — Gesprä­che mit Men­schen in Bewe­gung“. Hier erzäh­len Men­schen in und außer­halb der Cari­tas, was für sie Soli­da­ri­tät und Zusam­men­halt bedeutet. 

„Cari­Walks“ erscheint zum aktu­el­len Kam­pagn­en­the­ma der deut­schen Cari­tas #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam. „Die Idee von Cari­Walks ist, mit Men­schen über Soli­da­ri­tät und Zusam­men­halt ins Gespräch zu kom­men. Wir besu­chen unse­re Gesprächs­part­ner am Arbeits­platz oder pri­vat, und gehen – Coro­­na-bedingt auf Abstand – drau­ßen mit ihnen ein Stück spa­zie­ren“, erklärt Chris­toph Grätz, der die Idee zu Cari­Walks hatte.

In der ers­ten Epi­so­de spricht er mit Niko von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten, der als Bun­des­wehr­sol­dat zum Bot­tro­per Alten­heim St. Hed­wig abkom­man­diert wur­de, um dort Mit­ar­bei­ten­de und Besu­cher auf Coro­na zu tes­ten. „Die Bun­des­wehr ist nicht immer Everybody’s Dar­ling, aber hier wer­den wir super auf­ge­nom­men“, sagt der 28-Jäh­­ri­­ge Soldat.
„Nicht erst die Coro­­na-Kri­­se zeigt, wie wich­tig Gemein­sam­keit und Soli­da­ri­tät für den Zusam­men­halt in unse­rer Gesell­schaft sind. Unse­re Gäs­te sind Men­schen in und außer­halb der Cari­tas. Wir fra­gen nach ihren Wün­schen, Träu­men und Ideen um unse­re Gesell­schaft soli­da­ri­scher zu machen. Was kann jeder Ein­zel­ne tun, um einer Spal­tung unse­rer Gesell­schaft ent­ge­gen­zu­wir­ken?“, erklärt Chris­toph Grätz. „Ich hat­te das Glück, mich gleich in der ers­ten Epi­so­de mit einem Men­schen zu unter­hal­ten, der sei­ne Beru­fung offen­bar gefun­den hat und mit Leib und See­le sei­ne Arbeit tut.“ 

Ein­satz der Bun­des­wehr ent­las­tet Pflegepersonal

Niko von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten: „Wir ent­las­ten mit unse­rem Ein­satz das Pfle­ge­per­so­nal. Die Bewoh­ner tes­ten wir aber nicht“, sagt der Sol­dat, „wir wol­len sie nicht ver­un­si­chern mit unse­rer Uni­form, denn sie haben viel­leicht frü­her ganz ande­re Erfah­run­gen mit dem Mili­tär gemacht als die Jün­ge­ren.“ 13-Stun­­­den-Schich­­ten leis­tet die Trup­pe im Alten­heim St. Hed­wig. „Die lan­gen Schich­ten sind wir gewohnt. Aber unter Coro­­na-Vol­l­­­schutz – das ist sehr anstren­gend“, sagt von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten. Die Kame­ra­den sei­en aber den­noch froh, Direkt­hil­fe leis­ten zu kön­nen: „Wir Sol­da­ten haben die Pflicht, soli­da­risch zu sein. Wir haben die Man­power und hel­fen, wenn es gebraucht wird“, sagt der frisch ver­hei­ra­te­te wer­den­de Vater, der sich „beim Bund“ auf 20 Jah­re ver­pflich­te­te, „weil ich immer wuss­te, was wir an unse­rem Land haben, und weil ich des­halb etwas zurück­ge­ben will“. 

„Wir brau­chen eine ande­re Dis­kus­si­ons­kul­tur, denn wir rut­schen ins Extre­me ab. Ein­fach zuhö­ren: Eine ande­re Mei­nung ist nicht auto­ma­tisch falsch.“ 

Von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­tens Extra-Tipp für mehr Gemein­sinn im Zusam­men­le­ben: „Wir brau­chen eine ande­re Dis­kus­si­ons­kul­tur, denn wir rut­schen ins Extre­me ab. Ein­fach zuhö­ren: Eine ande­re Mei­nung ist nicht auto­ma­tisch falsch.“

Nico von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten tes­tet im Bot­tro­per Alten­heim St. Hed­wig Mit­ar­bei­ten­de und Besu­cher (Foto: Cari­tas Essen, Chris­toph Grätz)

Hier geht es zum Pod­cast CariWalks.


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DIE BAHN­HOFS­MIS­SI­ON — FÜR MEN­SCHEN IN NOT “EIN­FACH” DA

Philipp Spitczok
Phil­ipp Spitczok
23.03.2021


Coro­na und sei­ne Aus­wir­kun­gen tref­fen uns alle hart, doch für not­lei­den­de Men­schen ist es beson­ders schwer. Seit mitt­ler­wei­le einem Jahr arbei­ten die über­wie­gend ehren­amt­lich enga­gier­ten Mitarbeiter_innen im „Coro­­na-Modus“.

„Blei­ben Sie wenn mög­lich bit­te zuhau­se. Schrän­ken sie Ihre sozia­len Kon­tak­te auf das Nötigs­te ein.“ – wir erin­nern uns, der ers­te Lock­down. Öffent­li­che Ein­rich­tun­gen, Schu­len, Kin­der­gär­ten, Muse­en und Kinos wur­den „run­ter­ge­fah­ren“, aber auch Hilfs-Ein­­rich­­tun­­­gen wie Tafeln, Essens­an­ge­bo­te für arme oder woh­nungs­lo­se Men­schen, Klei­der­lä­den oder Tages­auf­ent­hal­te schlos­sen ihre Pforten.

FSJ­le­rin neben gespen­de­ten Hygie­ne­ar­ti­keln Foto: Bahn­hofs­mis­si­on Freiburg

Nicht alle wirk­lich „frei­wil­lig“, vie­le muss­ten das tun, weil Ihnen plötz­lich die oft ehren­amt­li­chen Mitarbeiter_innen fehl­ten, die sich in dem Moment ver­nünf­ti­ger­wei­se zurück­ge­zo­gen hat­ten. Vie­le sozia­le Ein­rich­tun­gen der Daseins­für­sor­ge arbei­ten mit ehren­amt­li­chen Mitarbeiter_innen und eine gro­ße Zahl die­ser Men­schen ist im Rentenalter.
In der Bahn­hofs­mis­si­on in Frei­burg zeich­net sich seit eini­gen Jah­ren ein neu­er Trend ab, der uns in der Pan­de­mie zugu­te­kommt. Unser Ehren­amt hat sich stark ver­jüngt. Mitt­ler­wei­le sind in unse­rem Team von knapp 30 Mit­ar­bei­ten­den etwa zwei Drit­tel zwi­schen 19 und 30 Jah­ren jung.

Sozia­le Arbeit geht nicht (gut) aus dem Homeoffice

Zu Beginn der Pan­de­mie haben auch wir gebangt, wie es wei­ter­ge­hen kann. Wür­den wir genug Hel­fen­de haben, die uns wei­ter­hin ehren­amt­lich unter­stüt­zen? Kön­nen wir die Hygie­­­ne- und Abstands­re­geln ein­hal­ten? Kön­nen wir uns und unse­re Gäs­te gut genug vor dem Virus schützen?
Vie­le gera­de der jun­gen Ehren­amt­li­chen waren wei­ter­hin hoch moti­viert und woll­ten uns wei­ter­hin unter­stüt­zen. Allen war klar: Die Men­schen brau­chen gera­de jetzt unse­re Hil­fe! Doch trotz­dem ent­schie­den wir im Lei­tungs­team uns bei der Arbeit auf sehr weni­ge Akti­ve zu beschrän­ken. Der Gedan­ke dahin­ter war klar: Je weni­ger Mit­ar­bei­ten­de sich infi­zie­ren kön­nen, des­to län­ger kön­nen wir für unse­re Gäs­te da sein. So wur­den „The Coro­­na-Seven“ gebo­ren, denn wir merk­ten schnell, dass es wich­tig sein wür­de gra­de in die­ser Zeit den Humor nicht zu ver­lie­ren. Neben zwei Lei­tungs­ver­ant­wort­li­chen blie­ben auf eige­nen Wunsch zwei Frei­wil­li­ge im Sozia­len Jahr (FSJ), eine Stu­die­ren­de im Pra­xis­se­mes­ter von der Katho­li­schen Hoch­schu­le in Frei­burg, sowie zwei ehren­amt­lich Mit­ar­bei­ten­de „an Bord“.

„So kön­nen wir bis heu­te nicht ganz ohne Stolz behaup­ten, dass wir kei­nen ein­zi­gen Tag wegen Coro­na geschlos­sen hatten.“

Wir haben zunächst unse­re Prä­senz­zei­ten mas­siv her­un­ter­ge­fah­ren und waren weit weni­ger als die Hälf­te der Zeit am Bahn­hof vor Ort. So konn­ten und kön­nen wir bis heu­te nicht ganz ohne Stolz behaup­ten, dass wir kei­nen ein­zi­gen Tag wegen Coro­na geschlos­sen hatten.
Aber die Arbeit vor Ort hat sich sehr ver­än­dert: Waren wir vor Aus­bruch der Pan­de­mie neben Erst­an­lauf­stel­le, Not­ver­sor­gungs­stel­le und Wei­ter­ver­mitt­ler auch Auf­ent­halts­ort — „Café“ und „Wohn­zim­mer“ — und dabei nie­der­schwel­lig bera­tend tätig, fan­den wir uns nun vor allem in der Rol­le der Not­ver­sor­ger wie­der. Zwar gab es auch schon lan­ge vor der Pan­de­mie fest­ge­leg­te Zei­ten zur Not­ver­sor­gung mit Schmalz- und Mar­me­la­den­bro­ten, aber unser Fokus lag nicht dar­auf. Nun ver­sorg­ten wir die Gäs­te zusätz­lich zu unse­rem übli­chen Brot­an­ge­bot mit Lebens­mit­teln, Hygie­ne­ar­ti­keln und ande­ren nütz­li­chen Din­gen fürs Leben, die uns zum aller­größ­ten Teil aus der Bevöl­ke­rung gespen­det wur­den. Über­haupt erle­ben wir bis heu­te eine unglaub­lich gro­ße Soli­da­ri­tät, was sowohl Geld- und Sach­spen­den betrifft. Das ist toll und zeigt uns, dass wir auf dem rich­ti­gen Weg sind.

War­te­schlan­ge bei der Essens­aus­ga­be Foto: Bahn­hofs­mis­si­on Freiburg

Arbeit unter ver­schärf­ten Bedingungen

Die ers­ten Mona­te war kein Auf­ent­halt mehr bei uns mög­lich, zu klein unse­re Räum­lich­kei­ten für zu vie­le Men­schen, wir haben unse­re Gäs­te nur noch „To-Go“ und drau­ßen bedie­nen kön­nen. Dar­un­ter hat der Kon­takt zwi­schen dem Team und den Gäs­ten sehr gelit­ten, inten­si­ve­re Gesprä­che wur­den zur Aus­nah­me, es ging vor allem um aku­te Über­le­bens­hil­fe für unse­re oft woh­nungs­lo­sen, armen, ein­sa­men, aber auch Dro­gen­ab­hän­gi­gen Gäs­te. Lang­sam ver­su­chen wir nun wie­der in einen „Nor­mal­be­trieb“ zurück­zu­kom­men, wis­sen aber, dass noch ein lan­ger Weg vor uns liegt.
Unse­re Gäs­te sind dank­bar für jeden Tag, an dem wir für sie da sind. Das macht uns glück­lich — trotz Coro­na #ein­fach­da.

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HIL­FE FÜR WOH­NUNGS­LO­SE IN AACHEN -
ANLAUF­STEL­LE KOMMT IN KIR­CHE UNTER

Christian Heidrich

Chris­ti­an Heidrich
18.03.2021



Woh­nungs­lo­se in Aachen haben – trotz Coro­na – auch tags­über eine Anlauf­stel­le. Mög­lich macht das eine Koope­ra­ti­on von Cari­tas, Kir­che und Kommunalverwaltung.

Das Café Platt­form und das Troddwar sind in Aachen bekannt. Nicht nur bei Woh­nungs­lo­sen und Sucht­kran­ken. Die Ein­rich­tun­gen der Cari­tas Aachen haben sich einen Namen gemacht als wich­ti­ge Anlauf­stel­len für Men­schen, die nicht wis­sen, wohin. Tags­über gibt es war­mes Essen, war­me Geträn­ke, die Mög­lich­keit zum Duschen, Bera­tungs­an­ge­bo­te und eine Not­schlaf­stel­le. Doch in Coro­­na-Zei­­ten ist das anders. 

Foto: DiCV Aachen

Weil in der Not­schlaf­stel­le des Café Platt­form die stren­gen Coro­­na-Regeln nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen, zog die­se bereits im Früh­jahr 2020 zunächst in eine städ­ti­sche Turn­hal­le, schließ­lich in ein leer­ste­hen­des Schul­ge­bäu­de um. Und als sich die Coro­­na-Situa­­ti­on zum Jah­res­en­de wei­ter zuspitz­te und Auf­la­gen ver­schärft wur­den, muss­te sich die Cari­tas auch für die Tagesan­ge­bo­te der bei­den Ein­rich­tun­gen auf die Suche machen nach einem Aus­weich­quar­tier. Fün­dig wur­den sie in einer Kir­che. St. Peter, zen­tral gele­gen am Bus­hof, ist nun noch bis Ende Mai das Aus­weich­quar­tier von Café Platt­form und Troddwar.

Ein Aus­weich­quar­tier für den stren­gen Winter

„Für uns war es wich­tig, noch vor Beginn der stren­gen Win­ter­ta­ge ein Aus­weich­quar­tier zu fin­den, in dem wir unse­re Bezie­hungs­ar­beit zu den woh­nungs­lo­sen und sucht­kran­ken Men­schen fort­set­zen kön­nen“, sagt Bern­hard Ver­ho­len. Der Vor­stand der Cari­tas Aachen ist der Pfar­re Fran­zis­ka von Aachen und ihrem Pfar­rer Timo­theus Eller dank­bar, dass sie die Kir­che zur Ver­fü­gung stel­len. Die wird bis Ende Mai zusam­men mit der kroa­ti­schen und der viet­na­me­si­schen Gemein­de ihre Got­tes­diens­te in der Kir­che Hei­lig Kreuz fei­ern. „Ich freue mich, dass sie die­sen Weg mit­ge­hen und in den kom­men­den Mona­ten die­se ein­ma­li­ge Not­si­tua­ti­on mit­tra­gen. So kön­nen wir die Bin­dun­gen zu den Woh­nungs­lo­sen und Sucht­kran­ken auf­recht­erhal­ten. Dass dafür meh­re­re Sei­ten zusam­men­ar­bei­ten passt sehr gut zum Mot­to der Cari­­tas-Dach­­kam­­pa­­g­ne ‚Das machen wir gemein­sam‘“, sagt Bern­hard Verholen.

„Für uns war es wich­tig, noch vor Beginn der stren­gen Win­ter­ta­ge ein Aus­weich­quar­tier zu fin­den, in dem wir unse­re Bezie­hungs­ar­beit zu den woh­nungs­lo­sen und sucht­kran­ken Men­schen fort­set­zen können.“

Denn dass die Woh­nungs­lo­sen und Sucht­kran­ken tags­über eine Anlauf­stel­le unter Coro­­na-Bedin­­gun­­­gen haben, ist nicht nur Sache der Cari­tas Aachen und der Gemein­de St. Peter. Auch Stadt und Städ­te­re­gi­on unter­stüt­zen die ande­re Nut­zung der Kir­che bis Ende Mai. Bei­de haben jeweils 30.000 Euro zur Ver­fü­gung gestellt, weil es ihr Inter­es­se ist, dass gera­de in Coro­­na-Zei­­ten die Betreu­ung von Woh­nungs­lo­sen und Sucht­kran­ken in öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen gewähr­leis­tet bleibt. Dort, wo im Halb­kreis um den Altar her­um nor­ma­ler­wei­se die Gemein­de­mit­glie­der Got­tes­dienst fei­ern, sind auf einen Teil der Kir­chen­bän­ke nun gro­ße Holz­ti­sche mon­tiert. Ein Aache­ner Unter­neh­men hat die­se Auf­ga­be ehren­amt­lich über­nom­men. So sind sie­ben gro­ße Tische ent­stan­den, an denen Woh­nungs­lo­se im not­wen­di­gen Abstand sit­zen kön­nen, um ihr Essen ein­zu­neh­men. Das bringt die Cari­tas jeden Tag aus der Küche im Café Platt­form in die Kir­che St. Peter. Und nicht nur das: Die Bera­tungs­an­ge­bo­te von Café Platt­form und Troddwar wer­den nun wei­ter­hin in St. Peter angeboten.

Ein Besu­cher des Café Platt­form beim Aus­fül­len eines Antrags (Foto: DiCV Aachen)


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ZWEI­TE DIA­LOG­VER­AN­STAL­TUNG: BLEIBT UNSE­RE WERT­SCHÄT­ZUNG – ODER VER­FLIEGT SIE?

Gabriele Göhring
Gabrie­le Göhring
09.03.2021


Am 18. März 2021 um 15 Uhr geht es wei­ter mit der Fra­ge: Bleibt unse­re Wert­schät­zung – oder ver­fliegt sie wie unser Applaus?

Prof. Dr. Frank Schulz-Nies­­wandt, beleuch­tet die Fra­ge aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven: Wo steht die Freie Wohl­fahrts­pfle­ge, wo will sie hin, als gesell­schafts­po­li­ti­scher Akteur von sozia­ler Wohl­fahrts­pro­duk­ti­on? Will die Freie Wohl­fahrts­pfle­ge raus aus dem »Spin­nen­netz des kapi­ta­lis­ti­schen Geis­tes« und sich ech­ter Gemein­wohl­öko­no­mie ver­pflich­ten? Für wel­che recht­li­chen und finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen muss sich die Freie Wohl­fahrts­pfle­ge ein­set­zen, um die­sen Weg gehen zu können?

Frau in einem Corona-Schutzanzug

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