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#läuft­bei­dir: Kilo­me­ter & Spen­den­ak­ti­on für die Ukraine-Hilfe

Jana-Autorenfoto

Jana Weß­ling, young­ca­ri­tas Berlin
29.03.2022



Kilo­me­ter sam­meln für den guten Zweck. Bei #läuft­bei­dir wer­den pro gelau­fe­ner Stre­cke spen­den für die Ukrai­­ne-Hil­­fe gesam­melt. Wie young­ca­ri­tas den Cha­­ri­­ty-Lauf orga­ni­siert, berich­tet Jana Weß­ling in ihrem Gastbeitrag.

„Ich bin total froh, dass ich ein Hob­by, wel­ches ich sowie­so aus­übe mit einem sozia­len Aspekt ver­knüp­fen kann“, erzählt Sinah aus Ber­lin. Denn Sinah läuft mit bei #läuft­bei­dir, dem Cha­­ri­­ty-Lauf von young­ca­ri­tas: „Ich tue nicht nur mir etwas Gutes, son­dern gleich­zei­tig auch Neu­an­kömm­lin­gen, die von der Ukrai­ne nach Ber­lin flie­hen – zwei Flie­gen mit einer Klappe!“

Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Charity-Laufs in Aktion.
Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen des Cha­­ri­­ty-Laufs in Aktion.
© Alle Fotos: Ange­la Kröll

Pro Kilo­me­ter wird ein bestimm­ter Betrag an die Ukrai­­ne-Hil­­fe gespendet

Die Ideen von #läuft­bei­dir ist sim­pel: Bei dem Cha­­ri­­ty-Lauf geht es dar­um in einem bestimm­ten Akti­ons­zeit­raum Kilo­me­ter zu sam­meln. Und mit jedem gelau­fe­nen Kilo­men­ter sam­meln die Läufer:innen gleich­zei­tig Spen­den für die Ukrai­­ne-Hil­­fe. Läufer:innen kön­nen vom 20. März bis zum 01. Mai fle­xi­bel und unab­hän­gig vom Wohn­ort Kilo­me­ter sam­meln und sie auf einem Lauf­zet­tel der young­ca­ri­tas doku­men­tie­ren. Sie suchen sich in ihrem pri­va­ten Umfeld Spender:innen, die pro gelau­fe­nen Kilo­me­ter einen gewis­sen Betrag spen­den. Wel­cher Betrag, das ist den Spender:innen selbst überlassen.

„In der Coro­­na-Zeit habe ich mit dem Lau­fen ange­fan­gen. Jede Woche sind eini­ge Kilo­me­ter zusam­men gekom­men. Als ich dann 2021 bei young­ca­ri­tas gestar­tet bin, habe ich mir gedacht: Es muss unbe­dingt ein Cha­­ri­­ty-Lauf her. Kilo­me­ter für den guten Zweck – easy, fle­xi­bel & nied­rig­schwel­lig, sodass jede:r mit­ma­chen kann!“

Jana Weß­ling

Die­ses Kon­zept konn­ten wir bereits 2021 erpro­ben. Im letz­ten Jahr konn­ten wir in zwei Akti­ons­zeit­räu­men 14.000 Euro erlau­fen. Ein rie­si­ger Erfolg, an den wir die­ses Jahr anknüp­fen wollen!

14.000 Euro – Die­se Sum­me konn­te 2021 gesam­melt werden

Eine sol­che Moti­va­ti­on erhof­fe ich mir des­halb auch von unse­rer Akti­on für die Ukrai­­ne-Hil­­fe. Ich bin 24 Jah­re, vie­le Leu­te in mei­nem Alter haben nicht die nöti­gen Res­sour­cen, Geld oder Sachen zu spen­den. Trotz­dem möch­te auch mei­ne Genera­ti­on nicht ein­fach da ste­hen und nichts tun! Wenn ich sowie­so lau­fen oder auch spa­zie­ren gehe, Inli­ner fah­re oder ande­res mache, bei dem man Kilo­me­ter sam­meln kann, ist das eine tol­le Mög­lich­keit um sein Umfeld zum Spen­den zu mobi­li­sie­ren. Damit leis­tet man schon einen tol­len Beitrag.

Die Spen­den kom­men der Ukrai­­ne-Hil­­fe hier in Ber­lin vor Ort zugu­te. Gera­de ist es sehr wich­tig, auf die Bedar­fe der Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne reagie­ren zu kön­nen. So wur­de hier kurz­fris­tig eine Not­un­ter­kunft für Geflüch­te­te eröff­net, Kin­der aus einem ukrai­ni­schen Wai­sen­haus wur­den in einem Cari­­tas-Jugend­­­zen­­trum unter­ge­bracht und auch in der Bera­tung wird im Ein­zel­fall geschaut, wie und womit man den Men­schen hel­fen kann. Damit die­se wich­ti­ge Arbeit wei­ter­hin pro­blem­los geleis­tet wer­den kann, braucht es von allen Sei­ten Unterstützung!

Wir sam­meln Kilo­me­ter & Spen­den! #läuft­bei­dir

Wer beim Cha­­ri­­ty-Lauf #läuft­bei­dir noch ein­stei­gen möch­te, kann sich bei Jana Weß­ling melden:

Jana Weß­ling | youngcaritas@caritas-berlin.de | Tel. 0172 2016 798


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Elf Rei­me zum Kar­ne­val aus Aachen 

Christian Heidrich

Chris­ti­an Heid­rich, Cari­tas Aachen
23.02.2022



Nach der Pre­mie­re im ver­gan­ge­nen Jahr, hat die Face­­book-Grup­­pe des Cari­tas­ver­ban­des für das Bis­tum Aachen wie­der gereimt und gedich­tet. Ihre „Elf Rei­me zum Kar­ne­val“ haben dies­mal einen kla­ren Bezug zur aktu­el­len Kam­pa­gnen­pha­se der Caritas-Dachkampagne. 

Die Kolleginnen und Kollegen aus der Geschäftsstelle des Caritasverbandes für das Bistum Aachen, die „Elf Reime zum Karneval 2022“ produziert haben.
Die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus der Geschäfts­stel­le des Cari­tas­ver­ban­des für das Bis­tum Aachen, die „Elf Rei­me zum Kar­ne­val 2022“ pro­du­ziert haben.
Fotos: Diö­­ze­­san-Cari­­tas­­ve­r­and Aachen

Was haben Kar­ne­val und der aktu­el­le Slo­gan „Zukunft den­ken, Zusam­men­halt leben.“ der Cari­­tas-Dach­­kam­­pa­­g­ne #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam mit­ein­an­der zu tun? Ute Schramm, beim Cari­tas­ver­band für das Bis­tum Aachen (DiCV Aachen) zustän­dig für das Stif­tungs­we­sen und Mit­glied der Face­­book-Grup­­pe der Geschäfts­stel­le, ist eine von elf När­rin­nen und Nar­ren, die die zwei­te Auf­la­ge der „Elf Rei­me zum Kar­ne­val“ aus Aachen als Video auf­ge­nom­men haben und zum Bes­ten geben. Gleich zu Beginn der Kar­ne­vals­rei­me im Stil einer Bütt­re­de erläu­tert sie den Zusam­men­hang von Kam­pa­gne und Kar­ne­val so:

„Der Narr ist immer Opti­mist,
und weil das nun ein­mal so ist,
ist er auf Zukunft aus­ge­rich­tet
und dem Zusam­men­halt verpflichtet.

Drum tue ich dem Erden­rund
als Jeck mit Über­zeu­gung kund:
„Zukunft den­ken, Zusam­men­halt leben:“
Des­halb muss es Kar­ne­val geben.“

Mit Herz und Witz in die Zukunft blicken

„Zukunft den­ken, Zusam­men­halt leben.“ Des­halb muss es Kar­ne­val geben. – Die­ses State­ment ist der Face­­book-Grup­­pe des DiCV Aachen und ande­ren Fach­re­fe­ren­ten und Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­tern so wich­tig, das mit ihm jede der elf Stro­phen endet. Die jecke Trup­pe der Bis­­tums-Cari­­tas in der Stadt Karls des Gro­ßen und des Kar­ne­vals­or­dens „Wider den tie­ri­schen Ernst“ hat an alles gedacht, sogar an den Tusch. Den steu­ert der Chef bei: Diö­ze­sanca­ri­tas­di­rek­tor Ste­phan Jent­gens sitz am Key­board. „Gera­de in Coro­­na-Zei­­ten darf der Kar­ne­val nicht hin­ten her­un­ter­fal­len, bei allem Ver­ständ­nis für not­wen­di­ge Beschrän­kun­gen. Daher freue ich mich, dass es den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen wie­der gelun­gen ist, elf Rei­me zum Kar­ne­val zusam­men­zu­stel­len,“ sagt Jent­gens. „Das ist ganz im Sin­ne der Cari­­tas-Dach­­kam­­pa­­g­ne. Ob Cari­tas oder Kar­ne­val: #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam“.

Wich­ti­ges Uten­sil bei den „Elf Rei­men zum Kar­ne­val 2022“: das Schild mit dem Mot­to der aktu­el­len Kam­pa­gnen­pha­se „Zukunft den­ken, Zusam­men­halt leben.“

Auch die Wer­te wie Nächs­ten­lie­be, Soli­da­ri­tät, Gerech­tig­keit und Respekt, die die Cari­tas im Lau­fe des Jah­res in den Mit­tel­punkt rücken möch­te, kom­men in den „Elf Rei­men zum Kar­ne­val“ vor. Und am The­ma Coro­­na-Pan­­de­­mie kommt die Face­­book-Grup­­pe frei­lich eben­falls nicht vor­bei. Fach­re­fe­ren­tin The­re­sia Hei­mes, zustän­dig für die Umset­zung der Prä­ven­ti­ons­ord­nung, macht aber deut­lich, dass die Face­­book-Grup­­pe mit dem Blick des Opti­mis­mus auf die Pan­de­mie schaut, wenn sie dichtet:

„Gries­gram ist uns ziem­lich Schnup­pe
sagen wir von der Face­­book-Grup­­pe
der Cari­tas im Bis­tum Aachen.
Wir wer­den bald schon wie­der lachen.“

Die Wer­te der Cari­tas in Reimform

Bei allem Opti­mis­mus, den Blick für die Rea­li­tä­ten ver­liert die Face­­book-Grup­­pe den­noch nicht. Sie nimmt wahr, dass eini­ge Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Cari­tas wegen der Coro­­na-Pan­­de­­mie sehr belas­tet sind. Mar­co Jan­sen, Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter im Bereich Fach­ar­beit und Sozi­al­po­li­tik der Geschäfts­stel­le, wirbt in der Coro­­na-Zeit für Soli­da­ri­tät mit den Pfle­ge­kräf­ten, wenn er reimt:

„Für die Kol­le­gin, den Kol­le­gen,
die in der Pfle­ge viel bewe­gen,
bre­chen wir hier eine Lan­ze:
Schaut bit­te auf das gro­ße Ganze

und erkennt den Wert der Pfle­ge,
ich sie Euch sehr ans Herz hier lege.
Woll’n wir der Pfle­ge Zukunft schen­ken
voll Ach­tung ist an sie zu denken.“

Die­se Hän­de gehö­ren Ste­phan Jent­gens. Der Diö­ze­sanca­ri­tas­di­rek­tor im Bis­tum Aachen sorgt für den Tusch zwi­schen den Strophen.

Roman Schlag, Fach­re­fe­rent für Schuld­ner­be­ra­tung, setzt sich in sei­nem Reim mit popu­lis­ti­schen Strö­mun­gen aus­ein­an­der und hält ein Plä­doy­er für Respekt gegen­über Anders­den­ken­den und für mehr gesell­schaft­li­chen Zusammenhalt:

„Lügen­pres­se wird geschrien,
ver­mummt sie durch die Stra­ßen zieh‘n.
Man­che den­ken gar so quer,
da kommt man gar nicht hinterher,

weil ihr Ziel ist nur zu spal­ten,
bloß gar nix zusam­men­hal­ten.
Ein Narr wie ich, der spießt das auf,
geht auf die Bar­ri­ka­de drauf.

Im Kar­ne­val, da heißt sie Bütt,
und aus der Bütt geb‘ ich Euch mit:
„Zukunft den­ken, Zusam­men­halt leben.“:
Des­halb muss es Kar­ne­val geben.“

 

Bunt kos­tü­miert tre­ten die Cari­­tas-Mit­­ar­­bei­­ten­­den vor die Kamera.

In die ima­gi­nä­re Bütt stie­gen aus der Geschäfts­stel­le des Cari­tas­ver­ban­des für das Bis­tum Aachen fer­ner Simo­ne Esch­wei­ler, Chris­ti­an Heid­rich, Bea­te Knup­pertz, Vanes­sa Krü­ger, Michè­le Offer­mann, Dr. Anne-Kath­­rin Schaar sowie Judith Swoboda.

Das Video „Elf Rei­me zum Kar­ne­val“ ist zu fin­den unter www.caritas-ac.de/elf-reime-zum-karneval und bei you­tube: https://youtu.be/COsLNTAVl_4

https://www.youtube.com/watch?v=i5LOVJchnvk

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Wir zei­gen Quer­den­kern die rote Karte

Henric Peeters_Autorenfoto+

Hen­ric Pee­ters, Cari­tas Düsseldorf
15.02.2022



Bei der Cari­tas in Düs­sel­dorf hängt ein Ban­ner: „Rote Kar­te für Quer­den­ker“ steht hier gut sicht­bar für alle, die jeden Sams­tag und Mon­tag gegen die Coro­­na-Maß­­nah­­men demons­trie­ren. Der Cari­tas­di­rek­tor in Düs­sel­dorf erklärt, was die­se Hal­tung mit Soli­da­ri­tät und Nächs­ten­lie­be zu tun hat.

Wer sind Quer­den­ker? Ich weiß es nicht wirk­lich. Auf den ers­ten Blick schei­nen es Men­schen „wie Du und ich“ zu sein – ver­schie­de­ne Lebens­um­stän­de, ver­schie­de­ne Bil­dungs­ho­ri­zon­te, ver­schie­de­ne sozia­le und gesell­schaft­li­che Kon­tex­te — sozu­sa­gen der „Quer­schnitt“ der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land. Jedoch mit einer ein­zi­gen Aus­nah­me: Es sind Men­schen, von denen ich den Ein­druck habe, dass sie sich schon län­ger in ihrem pri­va­ten und beruf­li­chen Umfeld aus ganz unter­schied­li­chen Grün­den aus­ge­grenzt füh­len. Nicht wegen ihrer Her­kunft, ihrer wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on oder ihrer sexu­el­len Ori­en­tie­rung — son­dern weil sie quer zur Mehr­heits­ge­sell­schaft den­ken und nun offen­sicht­lich glau­ben, von die­ser aus­ge­grenzt zu wer­den. Natür­lich kann ich das nicht bele­gen. Ich ahne nur wegen der zahl­rei­chen Trans­pa­ren­te und Sprech­chö­re, war­um jemand bei den wöchent­li­chen Quer­­den­­ker-Demons­­­tra­­ti­o­­nen dabei ist.

Wir möch­ten als Cari­tas weder spal­ten noch provozieren

Und ja, auch bei uns arbei­ten Mit­ar­bei­ten­de, die sich gegen eine Imp­fung aus­spre­chen. Mit ihnen füh­ren wir aus­führ­li­che Gesprä­che. Wir erle­ben Mit­ar­bei­ten­de, die seit Jahr­zehnen im zuver­läs­si­gen und loya­len Arbeits­ver­hält­nis zur Cari­tas ste­hen, und nun jedoch zutiefst ver­un­si­chert und zum Teil ver­ängs­tigt sind. Wir erfah­ren von Men­schen, die vie­le Jah­re in der DDR oder in auto­ri­tä­ren Regi­men gelebt haben und eine Impf­pflicht als erneu­te Bevor­mun­dung ver­ste­hen. Wir hören aber eben auch von Mit­ar­bei­ten­den, die eine ande­re Mei­nung ver­tre­ten möch­ten, als es die Mehr­heit der Gesell­schaft tut – wohl auch, weil es zu einer Demo­kra­tie dazu­ge­hört, Mei­nun­gen zuzu­las­sen und aus­zu­hal­ten. Auch die­se Mei­nung respek­tie­ren und akzep­tie­ren wir — selbst­ver­ständ­lich. Unser christ­li­ches Men­schen­bild ist sozu­sa­gen Grad­mes­ser, Was­ser­wa­ge sowie Win­kel­mes­ser unse­rer inne­ren Hal­tung und unse­rer äuße­ren Hand­lung – auch beim The­ma Quer­den­ken, Imp­fun­gen oder Corona-Schutzmaßnahmen.

Wir möch­ten als Teil der Cari­tas weder spal­ten noch pro­vo­zie­ren – son­dern wir ver­tre­ten unse­re Wer­te: Soli­da­ri­tät und Nächs­ten­lie­be. Als Dienst­ge­ber und Trä­ger von ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Ange­bo­ten in der Pfle­ge, der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe und der Kin­­der- und Jugend­hil­fe tra­gen wir die vol­le Ver­ant­wor­tung – für alte, kran­ke, behin­der­te und jun­ge Men­schen. Wir ste­hen dazu, dass wir alles dafür tun, um die­se Men­schen best­mög­lich zu schüt­zen. Und hier­zu gehört für uns eine Imp­fung als die ein­zi­ge wirk­sa­me Maß­nah­me gegen eine Krank­heit, die in zwei Jah­ren welt­weit 5,82 Mil­lio­nen Men­schen das Leben genom­men hat.

Was wir nicht tole­rie­ren: Men­schen die unse­re Demo­kra­tie verunglimpfen

Was wir aus die­sem Grund aber nicht respek­tie­ren und auch nicht akzep­tie­ren wol­len und wer­den, sind Men­schen, die öffent­lich unse­ren demo­kra­ti­schen Staat ver­un­glimp­fen, die uns auf Social Media mit Natio­nal­so­zia­lis­ten in einen Topf wer­fen, die uns als Faschis­ten, Pädo­phi­le oder als einen Abzo­cker­ver­ein beschimp­fen. Sie ver­lan­gen unse­re Soli­da­ri­tät, sind aber selbst nicht bereit, soli­da­risch zu Han­deln. Sie stel­len ihre indi­vi­du­el­le Frei­heit über die Frei­heit der Schutzbedürftigen.

Obwohl es in der Pan­de­mie täg­lich um Leben und Tod geht, wer­den wir in unse­rer Demo­kra­tie die Mei­nung der Quer­den­ker und ihre Demons­tra­tio­nen akzep­tie­ren müs­sen – aller­dings mit einer kla­ren Hal­tung, die wir offen mit einer „roten Kar­te“ kundtun!


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Ein Song, der Zusam­men­halt stärkt und Gemein­schaft bildet

CaritasLogo_Weiß75x75

Deut­scher Cari­tas­ver­band e.V.
31.01.2022



Im Inter­view erzählt Jen­ni­fer Schot­ter, Mit­ar­bei­te­rin im Fach­be­reich Migra­ti­on des Cari­tas­ver­ban­des Osna­brück, war­um sie einen eige­nen Schul­song geschrie­ben hat und wie dar­aus der Song zur Cari­­tas-Kam­­pa­­g­ne wurde.

https://www.youtube.com/watch?v=C1tkOyAYAGI&t=3s

Wie sind Sie auf die Idee gekom­men, einen eige­nen Song zu schrei­ben und einzustudieren?

Die Idee, einen eige­nen Song für die Drei Reli­gio­nen Schu­le zu schrei­ben, ist bei einer Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Cari­tas Osna­brück und der Schu­le im Rah­men der Gestal­tung von zwei Pro­jekt­wo­chen im Sep­tem­ber 2021 ent­stan­den. Die Grund­schu­le wird von Schüler_innen mit christ­li­chem, mus­li­mi­schem und jüdi­schem Glau­ben besucht.

Gemein­sam mit mei­ner Kol­le­gin Marie-Ann Mar­shall (Refe­ren­tin für Frei­wil­li­ge­n­en­ga­ge­ment des Diö­ze­sa­nen Ver­ban­des Osna­brück) gestal­te­te ich die Pro­jekt­wo­chen für die Schüler_innen inhalt­lich und wir hat­ten bei­de dabei den Wunsch, den Schü­le­rIn­nen auch ein musi­ka­li­sches Ange­bot zu machen. Da ich pri­vat Musi­ke­rin bin und unter ande­rem eige­ne Songs schrei­be, bot ich an, den Schüler_innen eine eige­ne Schul­hym­ne zu schrei­ben, damit sie etwas Beson­de­res in die­ser schwie­ri­gen Zeit haben.

Die Melo­die und den Refrain hat­te ich bereits auf mei­ner Rad­tour zur Arbeit im Kopf. Für mich stand sofort fest, dass sich das Mot­to unse­rer Cari­­tas-Kam­­pa­­g­ne dafür ide­al eig­nen wür­de: Das machen wir gemeinsam!

Mit der Unter­stüt­zung der Mini­mu­si­ker aus Müns­ter schrie­ben wir die Noten für den Song und pro­du­zier­ten ihn im Stu­dio. Gemein­sam mit dem Musi­ker Jakob J. Lüb­ke aus Osna­brück übten die Schüler_innen den Song sehr schnell auf dem Schul­hof ein. Auch für Lehrer_innen und Eltern wur­de er zuneh­mend zu einem rich­ti­gen Ohr­wurm. Nach einem gemein­sa­men Auf­tritt beim Zukunfts­fest des Cari­tas­ver­ban­des Osna­brück im Okto­ber 2021 beka­men die Schüler_innen den Song auf CD und als Down­­load-Link mit nach Hause.

 

Wel­che Rol­le spielt das Kam­­pa­­g­nen-Mot­­to dabei?

Durch die Arbeit im Fach­be­reich Migra­ti­on begeg­nen mir tag­täg­lich Men­schen aus unter­schied­li­chen Län­dern, mit unter­schied­li­chen Reli­gio­nen aber auch Han­di­caps oder beson­de­ren kul­tu­rel­len Bräu­chen. Eben die­se Viel­falt an Men­schen zeich­net die Drei Reli­gio­nen Schu­le aus. Hier begeg­nen sich Schüler_innen unter­schied­li­cher Kul­tu­ren mit unter­schied­li­chen Glau­bens­rich­tun­gen. Ich ste­he als Cari­tas­mit­ar­bei­te­rin aber auch als Pri­vat­per­son hin­ter den Wer­ten Viel­falt, Zusam­men­halt, Gemein­schaft und Nächs­ten­lie­be. Das Mit­ein­an­der ist nicht abhän­gig vom Glau­ben oder der Her­kunft des ande­ren. Wir ver­ste­hen uns auch ohne Spra­che, sind neu­gie­rig auf die Kul­tur des Gegen­übers und was die­se mit sich bringt. Und wir möch­ten erfah­ren, was der Mensch, dem wir begeg­nen, Beson­de­res kann oder wor­in sei­ne Inter­es­sen liegen.

Für mich per­sön­lich war es ein Wunsch, die Wer­te des Cari­tas­ver­ban­des mit den Wer­ten der beson­de­ren Grund­schu­le zu ver­ei­nen. Ich habe fest­stel­len dür­fen, dass wir gemein­sa­me Zie­le und Wer­te ver­fol­gen, wes­halb das Mot­to und der Song so gut zusam­men­pas­sen. Ins­be­son­de­re in Zei­ten der Pan­de­mie haben wir gelernt, wie wich­tig gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung und das Für­ein­an­der da sein sind. Aus die­sem Grund freut es mich sehr, dass der Song „Das machen wir gemein­sam“ nun nicht nur die Schul­hym­ne der Drei Reli­gio­nen Schu­le gewor­den ist, son­dern auch der Song zur Kam­pa­gne der Cari­tas Deutsch­land wird. Jetzt haben die Cari­­tas-Mit­­ar­­bei­­ter_in­­­nen in ganz Deutsch­land die Mög­lich­keit, die­sen Song gemein­sam ein­zu­üben, sodass auch unter ihnen die Viel­falt, der Zusam­men­halt und das Mit­ein­an­der sicht­bar wird. „Das machen wir gemein­sam — DU UND ICH!“

 

Hier kön­nen Sie sich den Ohr­wurm in vol­ler Län­ge anhö­ren: https://soundcloud.com/caritas-os/dasmachenwirgemeinsam


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Das „Wir“-Gefühl lei­det – Das Wer­­te-Grun­d­­ge­­rüst ist intakt 

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Mat­hil­de Lan­gen­dorf
18.01.2022



Es gibt groß­ar­ti­ge Bei­spie­le geleb­ter Soli­da­ri­tät und enga­gier­ten Zusam­men­rü­ckens. Den­noch hat der Zusam­men­halt in unse­rer Gesell­schaft unter der Coro­­na-Pan­­de­­mie gelit­ten. Das zeigt unse­re neue Umfrage.

Der Deut­sche Cari­tas­ver­band, Stif­ter von Zusam­men­halt, fei­ert 125-jäh­­ri­­ges Jubi­lä­um. Gleich­zei­tig hat uns eine welt­wei­te Pan­de­mie seit zwei Jah­ren fest im Griff. Anlass, uns zu fra­gen: Was macht die Pan­de­mie mit dem Zusam­men­halt, für den wir ste­hen, in unse­rer Gesellschaft?

Dazu haben wir beim Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut for­sa eine reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge in Auf­trag gege­ben. Tele­fo­nisch befragt wur­den dafür Men­schen über 14 Jah­re in Deutsch­land, zum Teil vor Weih­nach­ten und zum Teil in der ers­ten Woche des Jah­res 2022.

Nimmt der gesell­schaft­li­che Zusam­men­halt ab?

Die Ergeb­nis­se bestä­ti­gen, was vie­le von uns ahnen oder selbst füh­len: Die Pan­de­mie lässt den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt brö­ckeln: 72% emp­fin­den, dass er abge­nom­men hat. Ein Vier­tel der Befrag­ten sagt dage­gen: Der Zusam­men­halt ist stär­ker geworden.

Die Zah­len bestä­ti­gen den ambi­va­len­ten Ein­druck, den vie­le Cari­­tas-Kol­­le­­gin­­nen und ‑Kol­le­gen haben. Es gibt groß­ar­ti­ge Bei­spie­le geleb­ter Soli­da­ri­tät und enga­gier­ten Zusam­men­rü­ckens. Gleich­wohl über­wiegt das Gefühlt: das „Wir“ lei­det in der Pan­de­mie erheb­lich. Unse­re Pfle­ge­kräf­te sind aus­ge­brannt, unse­re Jugend­so­zi­al­ar­bei­te­rin­nen ver­zwei­feln ange­sichts von Jugend­li­chen mit Angst- und Ess­stö­run­gen, unse­re Bera­tungs­stel­len sind über­lau­fen, die Fra­ge nach dem rich­ti­gen Weg zur Stei­ge­rung der Impf­quo­te sät Unfrie­den und Span­nun­gen in Freun­des­krei­sen, in Familien…

Respekt, Soli­da­ri­tät, Gerech­tig­keit und Nächs­ten­lie­be sind wichtig

Wir haben auch gefragt, was es über­haupt braucht für eine Gesell­schaft, die zusam­men­hält. Und da ist die Einig­keit groß – und zwar unge­ach­tet sozio-öko­­­no­­mi­­scher Merk­ma­le wie Ein­kom­men, Bil­dung oder Alter.

Es gibt nie­man­den, der die Wer­te Respekt, Soli­da­ri­tät, Gerech­tig­keit oder Nächs­ten­lie­be (in der Umfra­ge mit „Enga­ge­ment für ande­re“ über­setzt) als unwich­tig erach­tet. Es herrscht offen­sicht­lich ein weit ver­brei­te­ter Grund­kon­sens über die Wer­te, die unser Zusam­men­le­ben als Gesell­schaft fördern. 

Fra­gen über Wer­te beant­wor­ten, ist leicht. Sie zu leben, noch ungleich schwe­rer. Ist die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Wer­ten, die das Grund­ge­rüst für die Cari­tas bil­den, ein Lip­pen­be­kennt­nis? Schließ­lich erle­ben wir ja Eini­ges, das nahe­legt, dass wir es alle nicht so eng sehen mit Respekt, Wert­schät­zung und Gerech­tig­keit – neh­men wir bei­spiels­wei­se die Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit der wir im Inter­net bestel­len, was uns ein unter­be­zahl­ter Paket­bo­te vor die Tür lie­fert. Und das ist nur eine Unge­rech­tig­keit von vie­len.
die unser Zusam­men­le­ben als Gesell­schaft fördern.

Wer oder was beför­dert Zusam­men­halt, gera­de in der Pan­de­mie? Das sagen die von uns befrag­ten Men­schen dazu:

Ergeb­nis­se, die uns einer­seits als Anbie­ter ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments und sozia­ler Hil­fen (den bei­den „Gewin­nern“) Freu­de, beim nähe­ren Hin­schau­en aber auch Sor­ge bereiten. 

Poli­tik wird von jun­gen Men­schen kaum als soli­da­ri­täts­stif­tend wahrgenommen

Bei jun­gen Men­schen zwi­schen 14 und 29 Jah­ren punk­ten zwar zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen über­durch­schnitt­lich, lan­det die Poli­tik aber als Soli­da­ri­täts­stif­ter kom­plett abge­schla­gen auf dem letz­ten Platz. Sie trägt, laut der jun­gen Men­schen, in die­ser Pan­de­mie weni­ger als sozia­le Netz­wer­ke zum gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt bei. Nur 17 Pro­zen­te der jun­gen Befrag­ten beschei­ni­gen ihr einen posi­ti­ven Bei­trag zum Zusammenhalt.

Die Poli­tik­ver­dros­sen­heit bei jun­gen Men­schen ist augen­fäl­lig. Poli­tik hat bei ihnen in der Pan­de­mie in hohem Maße Ver­trau­ens­ka­pi­tal ver­spielt. Jun­ge Men­schen füh­len sich durch die Coro­­na-Maß­­nah­­men mit ihren Bedürf­nis­sen nicht gese­hen oder zurück­ge­setzt. Zudem ernüch­tert, dass weni­ger als die Hälf­te aller Befrag­ten in Bil­dungs­ein­rich­tun­gen wich­ti­ge Stif­ter von Zusam­men­halt sehen – wobei es hier eher die Älte­ren sind, die skep­tisch sind. 

Aber nicht allein Wohl­fahrts­ver­bän­de kön­nen Stif­ter von Zusam­men­halt sein. Die­se Auf­ga­be kön­nen sie nur im Zusam­men­spiel mit der Poli­tik, mit Bil­­dungs- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen erfül­len. Gemein­sam ist man wirk­sa­mer — das ist der Grund­ge­dan­ke, der bei der Grün­dung der Cari­tas vor 125 Jah­ren Pate stand. Und des­halb kann es uns nicht egal sein, wenn die Poli­tik an Glaub­wür­dig­keit ver­liert, wenn die Men­schen Schu­len und Kitas nicht (mehr) als Orte des Zusam­men­halts erleben.

In unse­rem Jubi­lä­ums­jahr bekräf­ti­gen wir das Gemein­sa­me – so ist unser Slo­gan #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam zu ver­ste­hen: Ehren­amt und Haupt­amt; Jün­ge­re und Älte­re; Armuts­be­trof­fe­ne als Exper­tin­nen und Exper­ten in eige­ner Sache und Pro­fis der sozia­len Arbeit; Chris­ten und Mus­li­me; From­me und Zwei­feln­de; Kran­ken­häu­ser und Sozi­al­sta­tio­nen; Wohl­fahrts­ver­bän­de und Kom­mu­nen. Für eine Gesell­schaft, die zusammenhält.


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