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CARI­­TAS-SONG FÜR KIN­DER UND JUGEND­LI­CHE IN DER PANDEMIE 

Portrait Oscar Hannabach

Oscar Han­na­bach
19.04.2021



Die Coro­na­pan­de­mie ist har­te Rea­li­tät. Sich zwang­los tref­fen, gemein­sam fei­ern — das macht das Virus der­zeit vor allem für Kin­der und Jugend­li­che unmög­lich. Unein­ge­schränkt mög­lich ist aller­dings das Träumen… 

… wie es sein könn­te und hof­fent­lich wie­der wer­den wird, wenn die Pan­de­mie end­lich bezwun­gen ist. Davon — und vom Zusam­men­hal­ten — erzählt der Song “Träum in dei­nem Herzen”.

Alex­an­der Tri­e­sch­mann und Oscar Han­na­bach, Füh­rungs­kräf­te in der Jugend­hil­feein­rich­tung Maria­hof in Hüfin­gen, spie­len bereits seit eini­gen Jah­ren zusam­men in einer Rock­band. So ent­stand die Idee, gemein­sa­me Songs für Kin­der und Jugend­li­che wäh­rend der Pan­de­mie zu schrei­ben. Denn die Musik war und ist für vie­le von ihnen ein wich­ti­ger Ankerplatz.
Die bei­den Musi­ker haben eine CD mit zwei eige­nen Songs sowie einer Cover­ver­si­on von Peter Maffay’s „ich woll­te nie erwach­sen sein“ pro­du­ziert. #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam — the Liquid­stu­dio Lock­down Ses­si­ons” heißt sie. Die Melo­die und die Gitar­renar­ran­ge­ments stam­men von Oscar Han­na­bach, die bei­den Tex­te für die Songs hat Alex­an­der Tri­e­sch­mann geschrie­ben. Einen Bonus-Song von Peter Maf­fay haben die bei­den Musi­ker mit Zustim­mung des Künst­lers selbst auf­neh­men kön­nen. Die drei Songs wur­den im März 2021 in den Liquid Stu­di­os in Frei­burg unter der Regie von Mar­kus Hein­zel aufgenommen. 

Dem Lock­down mit Ideen, guter Stim­mung und Moti­va­ti­on begegnen

In Maria­hof wur­den zu Beginn des Lock­down alle Ter­mi­ne und Kon­fe­ren­zen sowie Tagun­gen abge­sagt, Video­kon­fe­ren­zen fan­den für die wich­tigs­ten Rege­lun­gen statt. Es gab Ver­dachts­fäl­le und Tes­tun­gen bei Mit­ar­bei­tern und Kin­dern. Für den Fall der posi­ti­ven Ergeb­nis­se wur­den Not­fall­plä­ne gemacht. Die Wohn­grup­pen kön­nen nicht ein­fach geschlos­sen und die Mit­ar­bei­ten­den nach Hau­se oder ins Home­of­fice geschickt wer­den. Im Gegen­teil, die Ein­rich­tung hat­te und hat den Auf­trag und die Ver­ant­wor­tung, die Kin­der und Jugend­li­chen in vol­lem Umfang zu ver­sor­gen und zu betreuen.
Die Betreu­ungs­zei­ten für die Wohn­grup­pen sind nach wie vor durch Schul- und Kita­schlie­ßun­gen deut­lich aus­ge­wei­tet, das heißt die Ein­rich­tung muss mit dem glei­chen bzw. mit ver­rin­ger­tem Per­so­nal deut­lich mehr Betreu­ungs­zei­ten abde­cken. Es fin­det kei­ne oder kaum Schu­le mehr statt, alle Frei­zeit­ak­tio­nen mit exter­nen Fach­kräf­ten sind abge­sagt, die Kin­der und Jugend­li­chen sind die gan­ze Zeit in der Ein­rich­tung und dür­fen auch nur inner­halb der eige­nen Grup­pe Kon­takt haben. Das ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für die Erzieher_innen und Sozialpädagog_innen. Es gilt, dem „Lager­kol­ler“, der auch in vie­len Fami­li­en auf­tritt, mit Ideen, guter Stim­mung und Moti­va­ti­on zu begegnen.

Uner­müd­lich an der Sei­te der Kin­der und Jugendlichen

Die Fach­kräf­te der Ein­rich­tung leis­ten unglaub­lich viel, sie sind an der Sei­te der Kin­der und Jugend­li­chen und haben wie Kran­ken­pfle­ge­kräf­te und die Mit­ar­bei­ten­den in Alten- und Behin­der­ten­hil­fe und im Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del viel mehr Arbeit als sonst zu tun, müs­sen stän­dig prä­sent sein und die Kin­der und Jugend­li­chen beschäf­ti­gen und ihnen erklä­ren, war­um sie plötz­lich alles nicht mehr dür­fen, was ges­tern noch wich­tig war und Freu­de gemacht hat. Die Ängs­te, in der Schu­le abge­hängt zu wer­den, sind bei unse­ren Kin­dern stär­ker, weil sie mehr nach­zu­ho­len haben.
Die Kon­tak­te zu den Fami­li­en, die für die meis­ten Kin­der das wich­tigs­te in ihrem Leben sind, fin­den seit Coro­na weni­ger statt. Die Freun­de und Spiel­ge­fähr­ten sind nicht mehr ver­füg­bar. Die Feri­en­ak­ti­vi­tä­ten fal­len aus, Besu­che bei Freun­den und Ver­wand­ten auch. Die Grup­pen­mit­glie­der sind zwar – im Moment immer – da, aber das hat ja auch zwei Sei­ten, die Kon­flik­te wer­den eher mehr als weni­ger, wenn man so dicht zusam­men ist.

Unter­stüt­zen Sie die Ein­rich­tung mit dem Kauf der CD 

Für fünf Euro kann die CD bei den Initia­to­ren käuf­lich erwor­ben wer­den. Kon­takt: hannabach@mariahof.de oder trieschmann@mariahof.de
Der Erlös kommt 1:1 den Kin­dern und Jugend­li­chen in Maria­hof zugute.
Hier fin­den Sie das You­tu­be-Video zum Song “Träum in dei­nem Herzen”.

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FAI­RE ARBEITS­BE­DIN­GUN­GEN FÜR DIE SOZIALWIRTSCHAFT

Kerstin Tote

Kers­tin Tote
12.04.2021



Die Initia­ti­ve „Mehr wert als ein Dan­ke“ setzt sich für fai­re­re Arbeits­be­din­gun­gen in der Sozi­al­wirt­schaft ein. 53.000 Unter­zeich­nen­de unter­stütz­ten For­de­run­gen nach bes­se­rer Ent­loh­nung, ver­stärk­ter Wei­ter­bil­dung und mehr Wertschätzung.

Die Peti­ti­on “Mehr wert als ein Dan­ke. Arbei­ten mit und für Men­schen” ist eine Initia­ti­ve aus der Sozi­al­wirt­schaft. Unter­stützt wird sie von über 120 Stif­tun­gen, Ver­bän­den, Ein­rich­tun­gen und Diens­ten aus der gesam­ten Frei­en Wohlfahrtspflege.

Sie haben sich zusam­men geschlos­sen, um drei zen­tra­le For­de­run­gen für die Mit­ar­bei­ten­den in Sozi­al­un­ter­neh­men an die Poli­tik und Gesell­schaft zu adres­sie­ren:
1.) Bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen
2.) Gerech­ter Lohn
3.) Mehr Wertschätzung.

Die Über­ga­be der 53.000 Unter­schrif­ten fand am 18. Novem­ber 2020 unter erschwer­ten Bedin­gun­gen statt. Durch die Hygie­ne­maß­nah­men auf­grund der Coro­­na-Pan­­de­­mie durf­te nur eine klei­ne Dele­ga­ti­on der Initia­ti­ve den Bun­des­tag betre­ten. Mit dabei waren neben dem CBP der Lebens­hil­fe Bun­des­ver­band und der Bun­des­ver­band evan­ge­li­scher Behin­der­ten­hil­fe. Die stif­tung st. fran­zis­kus hei­li­gen­bronn und St. Augus­­ti­­nus-Behin­­der­­ten­hil­­fe ver­tra­ten Ein­zel­trä­ger. Auch die Demons­tra­ti­on gegen die Coro­­na-Poli­­tik der Bun­des­re­gie­rung, die par­al­lel zur Über­ga­be der Peti­ti­on in Ber­­lin-Mit­­­te statt­fand, sorg­te für zusätz­li­che Hürden.

„Die Peti­ti­on ist ein Appell an die Poli­tik, sich mit den Anlie­gen der Pra­xis aus­ein­an­der­zu­set­zen und wei­te­re Wei­chen für eine zukunfts­fes­te Sozi­al­po­li­tik zu stellen.“

Für Mari­an Wendt, Vor­stand des Peti­ti­ons­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­tags zeigt der Erfolg der Peti­ti­on, dass der Druck in der Sozi­al- und Gesund­heits­bran­che immens ist: „Die Peti­ti­on ist ein Appell an die Poli­tik, sich mit den Anlie­gen der Pra­xis aus­ein­an­der­zu­set­zen und wei­te­re Wei­chen für eine zukunfts­fes­te Sozi­al­po­li­tik zu stel­len.“ Neben Mari­an Wendt nah­men die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Marc Bia­dacz (CDU/CSU) und Kers­tin Kass­ner (Die Lin­ke) als Obmann und Obfrau die Peti­ti­on ent­ge­gen. Auch der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Karl Lau­ter­bach begrüß­te im Foy­er des Paul-Löbe-Hau­­ses die Initia­ti­ve sehr. 

Wie kann die Attrak­ti­vi­tät der sozia­len Beru­fe ver­bes­sert werden?

Im Kern ruft die Initia­ti­ve zu einer Inten­si­vie­rung des poli­ti­schen Dis­kur­ses dar­über auf, was sozia­le und pfle­gen­de Arbeit in unse­rer Gesell­schaft braucht, damit sie mehr finan­zi­el­le und sozia­le Aner­ken­nung erlangt. Es geht den Initia­to­ren um die Soli­dar­kos­ten, die die Gesell­schaft ins­ge­samt bereit ist, für die­je­ni­gen zu geben, die ihr Recht auf gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be nicht ohne Hil­fe, Pfle­ge oder Unter­stüt­zung gestal­ten kön­nen. Damit ist direkt die Siche­rung des Sozi­al­staa­tes ver­bun­den. Leis­tungs­ent­gel­te und Pfle­ge­sät­ze müs­sen deut­lich erhöht wer­den, damit fai­re Löh­ne und fach­li­che Wei­ter­ent­wick­lun­gen (u. a. beim The­ma Digi­ta­li­sie­rung) über­haupt bezahl­bar sind. Über bes­se­re Aus- und Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te soll gera­de auch bei der jün­ge­ren Genera­ti­on die Attrak­ti­vi­tät der Beru­fe in der Sozi­al- und Pfle­ge­wirt­schaft ver­bes­sert wer­den, um den bestehen­den Fach­kräf­te­man­gel min­dern zu können.
Die Coro­­na-Pan­­de­­mie hat Deutsch­land wirt­schaft­lich hart getrof­fen, so dass es künf­tig Ver­tei­lungs­kämp­fe über die Sozi­al­aus­ga­ben geben wird. Die Initia­ti­ve appel­liert an die Gesell­schaft, sich wie­der bewusst zu machen, war­um der Sozi­al­staat für alle dar­in leben­den Men­schen so wich­tig ist: Er sichert unser Zusam­men­le­ben in einer Demokratie.

Wie geht es weiter?

Aktu­ell wird die Peti­ti­on durch den Peti­ti­ons­aus­schuss beur­teilt. Die­ser Aus­schuss holt mög­li­cher­wei­se eine Stel­lung­nah­me beim zustän­di­gen Minis­te­ri­um oder der Auf­sichts­be­hör­de ein, die dann geprüft wer­den muss. Erst danach kann der Peti­ti­ons­aus­schuss emp­feh­len das Ver­fah­ren abzu­schlie­ßen. Dazu gehört ein Beschluss des Deut­schen Bun­des­ta­ges ent­spre­chend der Emp­feh­lung des Peti­ti­ons­aus­schus­ses. Die­ses umfäng­li­che Prü­fungs­ver­fah­ren wird eini­ge Zeit in Anspruch neh­men. Par­al­lel dazu wird die Initia­ti­ve „Mehr wert als ein Dan­ke“ die drei Zie­le der Peti­ti­on noch wei­ter konkretisieren.
Mehr dazu fin­den Sie hier.

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AKTI­ON IMPF­PA­TEN UNTER­STÜTZT BEI TER­MI­NEN ZUR IMPFUNG

Christian Heidrich
Chris­ti­an Heidrich 
31.03.2021


Regio­na­le Cari­tas­ver­bän­de aus dem Bis­tum Aachen hel­fen Senio­rin­nen und Senio­ren bei der Buchung von Impf­ter­mi­nen in Impf­zen­tren. Bis Mit­te März ver­mit­tel­ten ehren­amt­li­che Hel­fe­rin­nen und Hel­fer rund 90 Impf­ter­mi­ne. Die Senio­ren sind dank­bar für das Angebot.

Die Idee ging aus vom Cari­tas­ver­band für das Bis­tum Aachen. Unter­stützt wer­den vor allem allein­ste­hen­de Men­schen, die 80 Jah­re und älter sind und nie­man­den haben, der ihnen bei der Ver­ein­ba­rung eines Impf­ter­mins hilft. Auch und gera­de sie sol­len in den Genuss einer Imp­fung gegen das Coro­­na-Virus kommen.

Elke Held, Fach­re­fe­ren­tin für Kran­ken­häu­ser, beschaff­te die not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen zum Ablauf und zur Orga­ni­sa­ti­on der Imp­fung in den Impf­zen­tren. Sie betont: „Eine Impf­be­ra­tung ist mit der Unter­stüt­zung bei der Ver­ein­ba­rung eines Impf­ter­mins nicht ver­bun­den. Das ist allein Sache der Hausärzte.“
The­re­sia Hei­mes und Judith Swo­bo­da, die sich in der Geschäfts­stel­le des Diö­ze­sanca­ri­tas­ver­ban­des als Fach­re­fe­ren­tin­nen um die Ehren­amts­ko­or­di­na­ti­on küm­mern, nah­men Kon­takt zu den Frei­wil­li­gen­zen­tren im Bis­tum auf. Die signa­li­sier­ten Unter­stüt­zung für die Idee, zum einen als Ansprech­part­ner für impf­wil­li­ge Senio­rin­nen und Senio­ren zu fun­gie­ren, zum ande­ren die­sen Impf­pa­ten zu ver­mit­teln, die ihnen tele­fo­nisch bei der Ter­min­ver­ein­ba­rung für eine Coro­­na-Schut­z­­im­p­­fung helfen

Ein Zei­chen prak­ti­scher Soli­da­ri­tät mit den­je­ni­gen, die Hil­fe brauchen

„Wie bereits im ers­ten Lock­down im Früh­jahr 2020 sehen wir als ver­band­li­che Cari­tas im Bis­tum Aachen auch jetzt einen aku­ten Hand­lungs­be­darf. Ich freue mich, dass regio­na­le Cari­tas­ver­bän­de und Fach­ver­bän­de und der Diö­ze­sanca­ri­tas­ver­band Aachen gemein­sam die Akti­on Impf­pa­ten ins Leben geru­fen haben und sich nun zusam­men enga­gie­ren. Das ist ganz im Sin­ne der Cari­­tas-Kam­­pa­­g­ne ‚Das machen wir gemein­sam‘ und ein Zei­chen prak­ti­scher Soli­da­ri­tät mit den­je­ni­gen, die Hil­fe brau­chen“, sagt Ste­phan Jent­gens, Diö­ze­sanca­ri­tas­di­rek­tor im Bis­tum Aachen.
Ange­la Mir­bach und Julia Wilms vom Selbst­hil­­fe- & Frei­­wil­­li­­gen-Zen­­trum im Kreis Heins­berg, freu­en sich, dass es im Kreis mitt­ler­wei­le mehr als 25 ehren­amt­li­che Impf­pa­ten gibt. Das ist das Resul­tat einer Wer­be­ak­ti­on, die das SFZ gestar­tet hat­te. 35 Per­so­nen wur­de bereits ein Impf­ter­min ver­mit­telt. Die Akti­on ist so gut ange­lau­fen, dass das SFZ die Akti­on Impf­pa­ten auch auf wei­te­re Impf­be­rech­tig­te aus­wei­ten möch­te, die sich wegen Sprach­bar­rie­ren schwer­tun, tele­fo­nisch Ter­mi­ne zu vereinbaren.
Elmar Jen­drzey vom Cari­tas­ver­band für die Regi­on Düren-Jülich freut sich, „Die acht haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter, die sich enga­gie­ren, haben mitt­ler­wei­le 20 Impf­ter­mi­ne ver­mit­telt.“ Zuneh­mend, so Jen­drzey, wür­den sich nun auch Frei­wil­li­ge mel­den, die anbie­ten, Men­schen zum Impf­zen­trum zu beglei­ten – auch dafür gebe es Unterstützungsbedarf.

„Wir haben fünf bis sechs ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ten­de, die tele­fo­nisch zur Ver­fü­gung ste­hen. Sie haben bereits mehr als 30 Ver­mitt­lun­gen von Impf­ter­mi­nen vor­neh­men können.“

„Wir haben fünf bis sechs ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ten­de, die je nach Wochen­tag tele­fo­nisch zur Ver­fü­gung ste­hen. Sie haben bereits mehr als 30 Ver­mitt­lun­gen von Impf­ter­mi­nen vor­neh­men kön­nen“, sagt Mar­ti­na Bert­ram. Sie ist beim Cari­tas­ver­band für die Regi­on Eifel zustän­dig für Gemein­de­ca­ri­tas und Ehren­amts­ko­or­di­na­ti­on. Zwei ehren­amt­li­che Fahr­diens­te sind in den bei­den Impf­ge­bie­ten der Regi­on Eifel und der Städ­te­re­gi­on Aachen, mit ein bis zwei Tou­ren pro Woche unter­wegs, berich­tet die Cari­­tas-Mit­­ar­­bei­­te­­rin wei­ter. Ver­stärkt rufen ver­un­si­cher­te Men­schen an, die Bera­tung zum The­ma Imp­fen wün­schen. Weil die Impf­pa­ten die­se Bera­tung nicht geben, ver­weist die Cari­tas in der Eifel an die Bera­tungs­hot­line des DRK, an Haus­ärz­te oder das Gesund­heits­amt. Sie freut sich, dass es auch einen mehr­spra­chi­gen Impf­pa­ten gibt, der auch für Ver­mitt­lun­gen von Impf­ter­mi­nen für Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund zur Ver­fü­gung stehen.

Gro­ße Nach­fra­ge nach dem ehren­amt­li­chen kos­ten­frei­en Fahr­dienst für Senioren

Part­ner bei der Akti­on Impf­pa­ten ist auch die Frei­­wil­­li­­gen-Zen­­tra­­le in Vier­sen in Trä­ger­schaft der Dia­ko­nie Kre­­feld-Vier­­sen. Sie hat die Akti­on in Medi­en und ver­schie­de­nen Netz­wer­ken wie Senio­ren­be­ra­tung, regio­na­ler Cari­tas­ver­band, Pfle­ge­diens­ten, Schüt­zen­bru­der­schaf­ten, Kir­chen­ge­mein­den bewor­ben. Elf Impf­pa­ten haben sich gemel­det. Außer­dem boomt ein ande­res Ange­bot der Frei­­wil­­li­­gen-Zen­­tra­­le in Vier­sen: Sie bie­tet einen ehren­amt­li­chen kos­ten­frei­en Fahr­dienst für Senio­ren an, die kei­ne Mög­lich­keit haben, zum Impf­zen­trum zu kom­men. 35 Fah­rer ste­hen zur Ver­fü­gung, Anfang März waren zehn von ihnen im Ein­satz und es lagen 20 Anfra­gen vor. Es sind schon Ter­mi­ne bis in den Mai gebucht.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über die Akti­on Impf­pa­ten gibt es im hier.


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#Cari­Walks: GESPRÄ­CHE MIT MEN­SCHEN IN BEWEGUNG

Cordual Spangenberg_ Christoph Grätz
Cor­du­la Spangenberg
Chris­toph Grätz
30.03.2021


Die Cari­tas im Ruhr­bis­tum hat ein neu­es Pod­­cast-For­­mat ent­wi­ckelt „Cari­Walks — Gesprä­che mit Men­schen in Bewe­gung“. Hier erzäh­len Men­schen in und außer­halb der Cari­tas, was für sie Soli­da­ri­tät und Zusam­men­halt bedeutet. 

„Cari­Walks“ erscheint zum aktu­el­len Kam­pagn­en­the­ma der deut­schen Cari­tas #Das­Ma­chen­Wir­Ge­mein­sam. „Die Idee von Cari­Walks ist, mit Men­schen über Soli­da­ri­tät und Zusam­men­halt ins Gespräch zu kom­men. Wir besu­chen unse­re Gesprächs­part­ner am Arbeits­platz oder pri­vat, und gehen – Coro­­na-bedingt auf Abstand – drau­ßen mit ihnen ein Stück spa­zie­ren“, erklärt Chris­toph Grätz, der die Idee zu Cari­Walks hatte.

In der ers­ten Epi­so­de spricht er mit Niko von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten, der als Bun­des­wehr­sol­dat zum Bot­tro­per Alten­heim St. Hed­wig abkom­man­diert wur­de, um dort Mit­ar­bei­ten­de und Besu­cher auf Coro­na zu tes­ten. „Die Bun­des­wehr ist nicht immer Everybody’s Dar­ling, aber hier wer­den wir super auf­ge­nom­men“, sagt der 28-Jäh­­ri­­ge Soldat.
„Nicht erst die Coro­­na-Kri­­se zeigt, wie wich­tig Gemein­sam­keit und Soli­da­ri­tät für den Zusam­men­halt in unse­rer Gesell­schaft sind. Unse­re Gäs­te sind Men­schen in und außer­halb der Cari­tas. Wir fra­gen nach ihren Wün­schen, Träu­men und Ideen um unse­re Gesell­schaft soli­da­ri­scher zu machen. Was kann jeder Ein­zel­ne tun, um einer Spal­tung unse­rer Gesell­schaft ent­ge­gen­zu­wir­ken?“, erklärt Chris­toph Grätz. „Ich hat­te das Glück, mich gleich in der ers­ten Epi­so­de mit einem Men­schen zu unter­hal­ten, der sei­ne Beru­fung offen­bar gefun­den hat und mit Leib und See­le sei­ne Arbeit tut.“ 

Ein­satz der Bun­des­wehr ent­las­tet Pflegepersonal

Niko von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten: „Wir ent­las­ten mit unse­rem Ein­satz das Pfle­ge­per­so­nal. Die Bewoh­ner tes­ten wir aber nicht“, sagt der Sol­dat, „wir wol­len sie nicht ver­un­si­chern mit unse­rer Uni­form, denn sie haben viel­leicht frü­her ganz ande­re Erfah­run­gen mit dem Mili­tär gemacht als die Jün­ge­ren.“ 13-Stun­­­den-Schich­­ten leis­tet die Trup­pe im Alten­heim St. Hed­wig. „Die lan­gen Schich­ten sind wir gewohnt. Aber unter Coro­­na-Vol­l­­­schutz – das ist sehr anstren­gend“, sagt von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten. Die Kame­ra­den sei­en aber den­noch froh, Direkt­hil­fe leis­ten zu kön­nen: „Wir Sol­da­ten haben die Pflicht, soli­da­risch zu sein. Wir haben die Man­power und hel­fen, wenn es gebraucht wird“, sagt der frisch ver­hei­ra­te­te wer­den­de Vater, der sich „beim Bund“ auf 20 Jah­re ver­pflich­te­te, „weil ich immer wuss­te, was wir an unse­rem Land haben, und weil ich des­halb etwas zurück­ge­ben will“. 

„Wir brau­chen eine ande­re Dis­kus­si­ons­kul­tur, denn wir rut­schen ins Extre­me ab. Ein­fach zuhö­ren: Eine ande­re Mei­nung ist nicht auto­ma­tisch falsch.“ 

Von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­tens Extra-Tipp für mehr Gemein­sinn im Zusam­men­le­ben: „Wir brau­chen eine ande­re Dis­kus­si­ons­kul­tur, denn wir rut­schen ins Extre­me ab. Ein­fach zuhö­ren: Eine ande­re Mei­nung ist nicht auto­ma­tisch falsch.“

Nico von Dwin­­ge­­lo-Lüt­­ten tes­tet im Bot­tro­per Alten­heim St. Hed­wig Mit­ar­bei­ten­de und Besu­cher (Foto: Cari­tas Essen, Chris­toph Grätz)

Hier geht es zum Pod­cast CariWalks.


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DIE BAHN­HOFS­MIS­SI­ON — FÜR MEN­SCHEN IN NOT “EIN­FACH” DA

Philipp Spitczok
Phil­ipp Spitczok
23.03.2021


Coro­na und sei­ne Aus­wir­kun­gen tref­fen uns alle hart, doch für not­lei­den­de Men­schen ist es beson­ders schwer. Seit mitt­ler­wei­le einem Jahr arbei­ten die über­wie­gend ehren­amt­lich enga­gier­ten Mitarbeiter_innen im „Coro­­na-Modus“.

„Blei­ben Sie wenn mög­lich bit­te zuhau­se. Schrän­ken sie Ihre sozia­len Kon­tak­te auf das Nötigs­te ein.“ – wir erin­nern uns, der ers­te Lock­down. Öffent­li­che Ein­rich­tun­gen, Schu­len, Kin­der­gär­ten, Muse­en und Kinos wur­den „run­ter­ge­fah­ren“, aber auch Hilfs-Ein­­rich­­tun­­­gen wie Tafeln, Essens­an­ge­bo­te für arme oder woh­nungs­lo­se Men­schen, Klei­der­lä­den oder Tages­auf­ent­hal­te schlos­sen ihre Pforten.

FSJ­le­rin neben gespen­de­ten Hygie­ne­ar­ti­keln Foto: Bahn­hofs­mis­si­on Freiburg

Nicht alle wirk­lich „frei­wil­lig“, vie­le muss­ten das tun, weil Ihnen plötz­lich die oft ehren­amt­li­chen Mitarbeiter_innen fehl­ten, die sich in dem Moment ver­nünf­ti­ger­wei­se zurück­ge­zo­gen hat­ten. Vie­le sozia­le Ein­rich­tun­gen der Daseins­für­sor­ge arbei­ten mit ehren­amt­li­chen Mitarbeiter_innen und eine gro­ße Zahl die­ser Men­schen ist im Rentenalter.
In der Bahn­hofs­mis­si­on in Frei­burg zeich­net sich seit eini­gen Jah­ren ein neu­er Trend ab, der uns in der Pan­de­mie zugu­te­kommt. Unser Ehren­amt hat sich stark ver­jüngt. Mitt­ler­wei­le sind in unse­rem Team von knapp 30 Mit­ar­bei­ten­den etwa zwei Drit­tel zwi­schen 19 und 30 Jah­ren jung.

Sozia­le Arbeit geht nicht (gut) aus dem Homeoffice

Zu Beginn der Pan­de­mie haben auch wir gebangt, wie es wei­ter­ge­hen kann. Wür­den wir genug Hel­fen­de haben, die uns wei­ter­hin ehren­amt­lich unter­stüt­zen? Kön­nen wir die Hygie­­­ne- und Abstands­re­geln ein­hal­ten? Kön­nen wir uns und unse­re Gäs­te gut genug vor dem Virus schützen?
Vie­le gera­de der jun­gen Ehren­amt­li­chen waren wei­ter­hin hoch moti­viert und woll­ten uns wei­ter­hin unter­stüt­zen. Allen war klar: Die Men­schen brau­chen gera­de jetzt unse­re Hil­fe! Doch trotz­dem ent­schie­den wir im Lei­tungs­team uns bei der Arbeit auf sehr weni­ge Akti­ve zu beschrän­ken. Der Gedan­ke dahin­ter war klar: Je weni­ger Mit­ar­bei­ten­de sich infi­zie­ren kön­nen, des­to län­ger kön­nen wir für unse­re Gäs­te da sein. So wur­den „The Coro­­na-Seven“ gebo­ren, denn wir merk­ten schnell, dass es wich­tig sein wür­de gra­de in die­ser Zeit den Humor nicht zu ver­lie­ren. Neben zwei Lei­tungs­ver­ant­wort­li­chen blie­ben auf eige­nen Wunsch zwei Frei­wil­li­ge im Sozia­len Jahr (FSJ), eine Stu­die­ren­de im Pra­xis­se­mes­ter von der Katho­li­schen Hoch­schu­le in Frei­burg, sowie zwei ehren­amt­lich Mit­ar­bei­ten­de „an Bord“.

„So kön­nen wir bis heu­te nicht ganz ohne Stolz behaup­ten, dass wir kei­nen ein­zi­gen Tag wegen Coro­na geschlos­sen hatten.“

Wir haben zunächst unse­re Prä­senz­zei­ten mas­siv her­un­ter­ge­fah­ren und waren weit weni­ger als die Hälf­te der Zeit am Bahn­hof vor Ort. So konn­ten und kön­nen wir bis heu­te nicht ganz ohne Stolz behaup­ten, dass wir kei­nen ein­zi­gen Tag wegen Coro­na geschlos­sen hatten.
Aber die Arbeit vor Ort hat sich sehr ver­än­dert: Waren wir vor Aus­bruch der Pan­de­mie neben Erst­an­lauf­stel­le, Not­ver­sor­gungs­stel­le und Wei­ter­ver­mitt­ler auch Auf­ent­halts­ort — „Café“ und „Wohn­zim­mer“ — und dabei nie­der­schwel­lig bera­tend tätig, fan­den wir uns nun vor allem in der Rol­le der Not­ver­sor­ger wie­der. Zwar gab es auch schon lan­ge vor der Pan­de­mie fest­ge­leg­te Zei­ten zur Not­ver­sor­gung mit Schmalz- und Mar­me­la­den­bro­ten, aber unser Fokus lag nicht dar­auf. Nun ver­sorg­ten wir die Gäs­te zusätz­lich zu unse­rem übli­chen Brot­an­ge­bot mit Lebens­mit­teln, Hygie­ne­ar­ti­keln und ande­ren nütz­li­chen Din­gen fürs Leben, die uns zum aller­größ­ten Teil aus der Bevöl­ke­rung gespen­det wur­den. Über­haupt erle­ben wir bis heu­te eine unglaub­lich gro­ße Soli­da­ri­tät, was sowohl Geld- und Sach­spen­den betrifft. Das ist toll und zeigt uns, dass wir auf dem rich­ti­gen Weg sind.

War­te­schlan­ge bei der Essens­aus­ga­be Foto: Bahn­hofs­mis­si­on Freiburg

Arbeit unter ver­schärf­ten Bedingungen

Die ers­ten Mona­te war kein Auf­ent­halt mehr bei uns mög­lich, zu klein unse­re Räum­lich­kei­ten für zu vie­le Men­schen, wir haben unse­re Gäs­te nur noch „To-Go“ und drau­ßen bedie­nen kön­nen. Dar­un­ter hat der Kon­takt zwi­schen dem Team und den Gäs­ten sehr gelit­ten, inten­si­ve­re Gesprä­che wur­den zur Aus­nah­me, es ging vor allem um aku­te Über­le­bens­hil­fe für unse­re oft woh­nungs­lo­sen, armen, ein­sa­men, aber auch Dro­gen­ab­hän­gi­gen Gäs­te. Lang­sam ver­su­chen wir nun wie­der in einen „Nor­mal­be­trieb“ zurück­zu­kom­men, wis­sen aber, dass noch ein lan­ger Weg vor uns liegt.
Unse­re Gäs­te sind dank­bar für jeden Tag, an dem wir für sie da sind. Das macht uns glück­lich — trotz Coro­na #ein­fach­da.

WEI­TE­RE BETRÄGE

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